Sachsen übernimmt Bürgschaft für MZ in Zschopau
Das Motorradwerk MZ in Zschopau ist endgültig gerettet. Nach zweijährigen Verhandlungen übernimmt der Freistaat Sachsen jetzt doch eine Bürgschaft für das angeschlagene Unternehmen. Das teilte MZ am Abend mit. Damit steht der Auszahlung wichtiger Darlehen nichts mehr im Weg. MZ-Geschäftsführer Martin Wimmer will jetzt die Produktion seiner Roller zügig vorantreiben, später sollen in dem Zschpauer Traditionswerk auch wieder Motorräder gebaut werden.Die heutige Motorenwerke Zschopau GmbH ist aus der 1907 von dem Maschinenbau-Ingenieur Jörgen Skafte Rasmussen gegründeten Fabrik Rasmussen & Ernst hervorgegangen, in der ursprünglich KFZ-Zubehör sowie Haushalts- und Werkstattgeräte hergestellt wurden. Unter den Namen DKW, Auto Union, IFA und Motorradwerke Zschopau werden seit 1920 motorisierte Zweiräder produziert. 1928 war DKW mit bis zu 300 pro Tag gefertigten Maschinen und mehr als 2.300 Mitarbeitern der größte Motorradhersteller der Welt. Nach der deutschen Wiedervereinigung erlebte MZ unter verschiedenen Besitzern schwierige Zeiten, bis im September 2008 die Produktion eingestellt wurde. Im März 2009 wurde MZ von Investoren um die ehemaligen deutschen Motorradrennfahrern Ralf Waldmann und Martin Wimmer sowie Dr. Martina Häger übernommen. Seit Juli 2011 sind der Ludwigshafener Investor Peter Ertel und Martin Wimmer, Geschäftsführer der Motorenwerke Zschopau GmbH, alleinige MZ-Gesellschafter. Ihr Ziel ist es, in dem 1994 nach Hohndorf bei Zschopau übersiedelten Werk wieder eine Motorradproduktion aufzubauen. Parallel dazu widmet sich MZ mit Hochdruck dem umwelt- und zukunftsorientierten Thema alternative Antriebe. So wird derzeit eine weiterentwickelte Version des erfolgreichen MZ-Elektrorollers Charly in Hohndorf produziert. Außerdem entstehen in Kooperation mit internationalen Technologiepartnern Mokick- und Kleinkraftroller mit Hybrid- und Elektroantrieb bei MZ.