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Sahra Wagenknecht will über Landtagswahl die Außenpolitik ändern

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Der Zwickauer Hauptmarkt ist am späten Dienstagnachmittag vor dem Rathaus gut gefüllt. 500 Frauen und Männer, junge Leute und ältere, sind es sicher, vielleicht auch mehr. Sie warten, obwohl sich Sahra Wagenknecht verspätet, und scheinen es dann nicht zu bereuen. Die Vorsitzende des gleichnamigen Bündnisses spricht kaum über Sachsen, aber den meisten Menschen dort auf dem Markt aus dem Herzen. Es gibt viel Applaus.

Sahra Wagenknecht rechnet mit der Bundesregierung ab. Sie kritisiert die Energiepolitik und verweist auf Länder, die keine Probleme damit hatten, weiter russisches Öl und Gas zu kaufen. Sie wirft Regierungsmitgliedern Arroganz vor, Respektlosigkeit gegenüber der Lebensleistung vieler Menschen. Und sie fordert einen Mindestlohn von 14 Euro sowie einen Rententopf, in den alle einzahlen.

Gut eine halbe Stunde spricht Sahra Wagenknecht, an dem Tag begleitet von ihrem Ehemann Oskar Lafontaine. Im letzten Teil der Rede kommt sie zum großen Thema Krieg und Frieden. Und obwohl das kein landespolitisches Thema ist, wird es hier sächsisch. „Wir werden nur in eine Landesregierung gehen,“ kündigt Sahra Wagenknecht an, „die ihr Gewicht in die Waagschale wirft, dass in der EU eine andere Außenpolitik gemacht wird.“ Andere Außenpolitik – das heißt unter anderem: kein neues Wettrüsten beginnen, keine Mittelstreckenwaffen in Deutschland stationieren und den Krieg in der Ukraine auf diplomatischem Weg beenden.

Auf der anderen Seite des Hauptmarktes versammeln sich etwa zeitgleich rund 80 Menschen, einige mit der ukrainischen Fahne. Sie wünschen sich weiterhin die Unterstützung von Deutschland. „Wir denken: Ein Stopp von Waffenlieferungen bringt mehr Blut,“ sagt uns Maksym Kotelnikov, aber es könne auch eine Lösung ohne Waffen geben – seiner Meinung nach solle dann mehr diplomatischer Druck auf Russland ausgeübt werden.

Audio:

Sahra Wagenknecht sagte zu einer möglichen Koalition mit der CDU in Sachsen: