Schlittert Zwickau in die Finanzkrise?
Zwickau steht finanziell schlechter da als noch vor einem Jahr. Das sagte Finanzbürgermeister Bernd Meyer am Donnerstag im Stadtrat bei der Vorstellung des Etatentwurfs für die kommenden zwei Jahre. Es ist das erste Mal, dass es einen Doppelhaushalt geben wird. Als Gründe für die Verschlechterung der finanziellen Situation nannte Meyer unter anderem sinkende Gewerbesteuereinnahmen und steigende Personalkosten. Ebenso schlagen niedrigere Einnahmen aus Bußgeldern und Parkgebühren zu Buche. Auch das Geld, das Zwickau auf der hohen Kante hat, wird weniger. Das Guthaben hat sich seit 2015 nahezu halbiert auf gut 50 Millionen Euro. 2023 könnte es aufgebraucht sein. Dennoch will Meyer nicht an freiwilligen Sozialleistungen sparen, heißt, auch in den kommenden zwei Jahren sollen etwa Schülerbeförderungskosten erstattet und armen Kindern das Mittagessen finanziert werden. Und auch die Investitionen sollen auf hohem Level bleiben. Dafür will Meyer wegen der günstigen Zinsen fünf Millionen Euro Kredit aufnehmen. An der Steuerschraube will der Linke-Politiker nicht drehen. In den kommenden Wochen werden die Ausschüsse des Stadtrates und die Ortschaftsräte über den Doppelhaushalt beraten. Beschlossen werden soll er noch vor Weihnachten.