Schutzbereich um Flüchtlingsheim in Bischofswerda - Rechte skandieren ausländerfeindliche Parolen vor Flüchtlingslager
Erneut Tumulte vor Erstaufnahmelager für Asylbewerber in Bischofswerda. Über 100 Personen belagerten am Abend die Zufahrt. Sie skandierten ausländerfeindliche Parolen. Eine Flasche flog gegen einen Bus mit Asylbewerbern. Erst gegen Mitternacht normalisierte sich die Lage wieder. Es gab weder Verletzte noch Festnahmen.
Eine rechte Initiative hatte kurzfristig einen Protestmarsch durch die benachbarten Straßen angemeldet. Zuvor hatte es Aufrufe in sozialen Netzwerken gegeben. Bis in den späten Abend harrten die pöbelnden Menschen vor dem Heim aus. Zwei Männer zeigten den Hitlergruß. Gegen sie wird ermittelt.
Bereits in der Nacht zum Freitag hatten meist betrunkene Personen die Zufahrt zum Erstaufnahmelager in Bischofswerda versperrt.
Die Polizei hat inzwischen einen Kontrollbereich eingerichtet, in dem ohne zusätzlichen Grund Personen überprüft, Platzverweise ausgesprochen und Aufenthaltsverbote erteilt werden können. Damit solle „potenziellen Störern der Wind aus den Segeln genommen werden“, sagte Innenminister Markus Ulbig. Er verurteilte zugleich das Verhalten der Pöbler. „Es ist beschämend, wie sich Einzelne gegenüber Schutzsuchenden benehmen.“