++ EIL ++

8. Mai: Schweigeminute auf Görlitzer Altstadtbrücke

Zuletzt aktualisiert:

Deutsche und Polen haben heute  Mittag auf der Görlitzer Altstadtbrücke an das Kriegsende vor 75 Jahren erinnert. Sie  legten für die Opfer eine Schweigeminute ein.Anschließend verneigten sie sich.  Dabei waren sie durch einen Grenzzaun getrennt, der mit roten und weißen Rosen geschmückt war - den Landesfarben des Nachbarn. Polen hält den Übergang wegen der Corona-Seuche geschlossen.

Der Marschall der Wojewodschaft Niederschlesien, Cezary Przybylski, sagte: Die Wunden des Krieges seien verheilt und Polen und Deutsche zu wahren Freunden geworden. Von den Worten zeigte sich Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer beeindruckt. „Wenn wir Deutschen sagen, die Polen sind unsere Freunde, ist das was ganz anderes, als wenn der im Krieg so sehr geschundene Partner sagt, die Deutschen sind unsere Freunde“. Kretschmer sprach von der Verpflichtung, „dass man mit unterschiedlichen Meinungen und Interessen in einer Art und Weise umgeht, die nicht zu Spaltung und Hass führen“. Er warnte zugleich vor einer Umdeutung der Geschichte. „Es war ein Tag der Befreiung für Europa, auch für uns Deutsche, und es war ein Anfang für ein neues Vertrauen und eine neue Partnerschaft“. 

Der Bürgermeister von Zgorzelec, Rafal Gronicz, bezeichnete die vor 16 Jahren wiederaufgebaute Altstadtbrücke über die Neiße als ein Symbol des Sieges „über die Vergangenheit, über die Jahre der Trennung, über den Hass und alle Ängste“. Die Brücke war am vorletzten Kriegstag durch Wehrmachtssoldaten gesprengt worden.

Es sei wichtig, dass wir uns auf dieser Brücke begegnen, sagte der Görlitzer Bürgermeister Octavian Ursu. „Wir sind die erste Generation, die im Frieden leben darf. Das dürfen wir nicht vergessen“.

Audio:

Rafal Gronicz, Bürgermeister von Zgorzelec
Octavian Ursu, Oberbürgermeister von Görlitz
Michael Kretschmer, Ministerpräsident von Sachsen