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Serbe gesteht Beteiligung an tödlichem Raubzug in Weißenborn

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Sie kam nachts, und sie war brutal: Eine Einbre­cher­bande hatte vor drei Jahren Hausbe­sitzer in Angst und Schre­cken versetzt. In Werdau und Zwickau stiegen die fünf Männer ein. Aber nur einer konnte gefasst werden: Vlatan M., heute 23 Jahre alt, Mitglied eines serbi­schen Famili­en­clans. Seit Dienstag wird dem Südost­eu­ro­päer in Zwickau der Prozess gemacht.

Der Vertei­diger verlas ein Geständnis seines Mandanten. Es tue ihm leid, dass Personen geschä­digt wurden, ließ der Angeklagte über seinen Anwalt Uwe Sabel erklären. Er bedauere es außer­or­dent­lich, sei aber an den Gewalt­taten seiner Onkel direkt nicht betei­ligt gewesen. Sie seien es gewesen, die ihn mit dem Verspre­chen auf Arbeit und Geld 2011 nach Deutsch­land gelockt hätten. Die Arbeit – das waren Raubzüge.

Und das steht in der Anklage: 17. Februar 2011, Werdau, Friedens­sied­lung: Die Bande bricht bei einer damals 90-jährigen Frau ein. Sie überrascht die Männer, wird misshan­delt, mit glühenden Zigaretten bedroht. Vlatan M. durch­sucht die Wohnung, hilft beim Abtrans­port von Schmuck und Bargeld.

5. März 2011, Weißen­born, Kuhbergweg: Der Hausei­gen­tümer, ein 75-jähriger Behin­derter, wird wach. Die Männer fesseln ihn am Stuhl. Er stirbt vor Aufre­gung an Herzver­sagen. Vlatan M. will nur Schmiere gestanden haben. Goldringe, Münzen, Bargeld – mit dieser Beute flieht die fünfköp­fige Bande.

Und schlie­ß­lich der 12. März, wieder Weißen­born, ein Haus im Feuer­bachweg: Unerkannt entkommt der Clan mit Diebesgut im Wert von 10.000 Euro. Und setzt sich ab nach Dänemark, um weiter zu plündern. Dort wird Vlatan M. im November des gleichen Jahres gefasst. Nur er. Die Fahndung nach den Onkeln, vor denen er Angst habe, wie sein Anwalt sagte, blieb bislang erfolglos.

Auf schweren Raub mit Todes­folge lautet die Anklage. Verhan­delt wird bis Mitte März. Im Falle eines Schuld­spruchs drohen dem Serben 15 Jahre Haft - höchs­tens zehn, wenn er nach Jugend­straf­recht verur­teilt wird.