Sie sind gegen eine Verdopplung der City-Parkgebühren
Die Stadt Zwickau will die Parkgebühren in der Innenstadt teilweise verdoppeln – und stößt auf Widerstand. Von der Industrie- und Handelskammer heißt es, die Erhöhung sei kontraproduktiv. Mehr als jeder zweite Besucher komme mit dem Auto. Es sei zu befürchten, dass Kunden abgeschreckt werden und noch mehr im Internet einkaufen, erklärte Bereichsleiterin Kathrin Stiller am Dienstag bei einem Medientermin der IHK. „Eine Erhöhung der Parkgebühren würde vielleicht kurzfristige Einnahmen erzielen, führt aber gleichzeitig auch das Risiko der Minderung von Gewerbesteuereinnahmen mit sich.“
Benjamin Strunz vom Stadtmanagement, der auch für die CDU im Stadtrat sitzt, hält die Begründung für unschlüssig, eine Verteuerung von Parkraum würde die Verweildauer reduzieren und zu einer höheren Frequenz führen: „Da hätte man auch die maximal erlaubte Parkzeit von dreieinhalb Stunden verkürzen und stattdessen die Gebühr stabil halten können.“ Er wolle im Stadtrat am Donnerstag beantragen, die neue Satzung nicht zu beschließen, sondern vorher noch einmal im Wirtschaftsausschuss zu beraten. Ihm wäre es recht, alles bliebe beim Alten – mit einer Ausnahme: E-Fahrzeuge sollten nicht mehr kostenlos parken dürfen.
Von einem Imageverlust für Zwickau spricht Florian Freitag. Der Präsident des Marketing-Clubs befürchtet, dass die Attraktivität der Stadt sinkt, wenn die Stadt mit ihren Plänen durchkommt. „Zwickau hätte dann höhere Parkgebühren als Chemnitz“, gibt Freitag zu bedenken.
Positiv bewerten IHK, Stadtmanagement und Marketing-Club, dass das Parken auf dem Platz der Völkerfreundschaft weiterhin nur einen Euro pro Tag kosten und auf dem Brückenberg sogar ganz auf Gebühren verzichtet werden soll.
Update Donnerstag, 19 Uhr: Wie erwartet wurde das Thema Parkgebühren in den Wirtschaftsausschuss verwiesen.