• Rund 500 Menschen aus der Region protestierten gegen die Entscheidung von Haribo, das einzige Werk in Ostdeutschland zu schließen. © Ralph Köhler

    Rund 500 Menschen aus der Region protestierten gegen die Entscheidung von Haribo, das einzige Werk in Ostdeutschland zu schließen. © Ralph Köhler

  • © Gert Friedrich

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  • Sabine Zimmermann, Bundestagsabgeordnete der Fraktion Die Linke, bei ihrer Rede © Gert Friedrich

    Sabine Zimmermann, Bundestagsabgeordnete der Fraktion Die Linke, bei ihrer Rede © Gert Friedrich

Signal: "Haribo muss in Wilkau bleiben!"

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Rund 500 Menschen haben heute ein Signal an die Haribo-Zentrale abgegeben. Sie verlangten auf dem Platz der Völkerfreundschaft den Erhalt des Werkes in Wilkau-Haßlau. Über ein Dutzend Redner äußerten ihren Ärger oder ihr Unverständnis für die Entscheidung, den einzigen Standort in Ostdeutschland Ende des Jahres zu schließen.

Mehrmals war von einer Sauerei die Rede. Für Empörung und Erbitterung sorgte unter anderem, dass die Haribo-Spitze kurz vor dem Advent die Belegschaft über die Schließung des Werkes am Jahresende informierte – und das in einer vierminütigen Erklärung. Der Schritt ist vor allem nicht nachvollziehbar. Stefan Feustel, der Bürgermeister von Wilkau-Haßlau, sprach von einem Umsatz von 25,4 Millionen Euro und einem Gewinn, den das Werk erwirtschaftet hat.    

Auch der sächsische Wirtschaftsminister äußerte Unverständnis für den Kurs von Haribo. Martin Dulig fühlte sich an die 90er Jahre erinnert, „als im Westen Standort-Entscheidungen zuungunsten des Ostens getroffen wurden“. Die Angebote, zu unterstützen und neu zu investieren, seien da, sagte Martin Dulig, und appellierte an das Management, die Entscheidung zu überdenken.

Bei sechs Grad und kaltem Wind haben die betroffenen Haribo-Mitarbeiter die Verbundenheit von vielen Menschen erlebt: Aus Wilkau-Haßlau waren unter anderem Sportler vom SV Muldental gekommen, daneben Bürgermeister aus dem Kreis, Zwickauer Stadträte und die Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann oder Kollegen aus anderen Betrieben. Die Botschaft wurde auch in Sprechchören laut: „Haribo muss in Wilkau bleiben!“

Audio:

Stefan Feustel, Bürgermeister von Wilkau-Haßlau

Interview mit Martin Dulig, sächsischer Wirtschaftsminister