- Agenturchef Andreas Fleischer prognostiziert für 2026 einen weiteren Anstieg der Arbeitslosenzahlen im Kreis Zwickau.
Zwickauer Arbeitsmarkt in der Krise: Diese Prognose gibt Agenturchef Fleischer
Die Wirtschaftskrise in Deutschland hat weiterhin spürbare Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt im Kreis Zwickau, der stark von der Autobranche geprägt ist. Laut Andreas Fleischer, dem Chef der Zwickauer Arbeitsagentur, ist eine Besserung – selbst durch saisonale Effekte – auch im Jahr 2026 nicht zu erwarten; die Talsohle sei noch nicht erreicht.
Diese Einschätzung wird durch die aktuellen Arbeitslosenzahlen bestätigt: Im Dezember verzeichnete der Kreis Zwickau einen Anstieg der Arbeitslosigkeit um gut 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Negativtrend werde sich fortsetzen, prognostiziert Fleischer. Schon wenn es keinen weiteren Zuwachs an Arbeitslosen gebe, wäre das ein Erfolg. „Für die Zwickauer Region wird das Jahr 2026 wohl kein ‘Entwarnungsjahr’ werden“, sagt Fleischer. Angesichts der Lage in der Automobilwirtschaft werde es insbesondere in der Zulieferindustrie weiterhin Personalreduzierungen, Standortschließungen und Entlassungen geben.
Jugendliche besonders betroffen
Besonders hart trifft die Situation junge Menschen. Aufgrund der wirtschaftlichen Lage und vieler Insolvenzen übernehmen Firmen weniger Auszubildende nach deren Abschluss, und es wird für Jugendliche schwieriger, überhaupt einen Ausbildungsplatz zu finden, da zahlreiche Stellen wegfallen. Allein die Zahl der Stellen im verarbeitenden Gewerbe ist seit 2022 um etwa 3.000 gesunken. Der Agenturchef rät Jugendlichen daher zur Weiterbildung und zum Erwerb von Zusatzqualifikationen, um ihre Chancen auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt deutlich zu erhöhen.
Appell an Firmen
Gleichzeitig appelliert Fleischer an die Unternehmen, die Übernahme ihrer Azubis und Lehrlinge sorgfältig zu prüfen – auch wenn dies kurzfristig einen finanziellen Mehraufwand bedeutet. „Wer jetzt den Mut hat, junge Leute zu halten oder einzustellen, investiert in die Zukunft“, sagt Fleischer und betont, dass nach einer Krise erfahrungsgemäß wieder ein wirtschaftlicher Aufschwung folge.
