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„Sojus“-Halle wird für 8 Mio. saniert – statt „Hurra!“ viel Kritik im Stadtrat

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Die Sporthalle vom „Sojus“ ist 56 Jahre alt und dringend sanierungsbedürftig. Vier Jahre sind nach der Grundsatzentscheidung ins Land gegangen. Nun hat der Stadtrat am Donnerstag endlich das Vorhaben beschlossen: Die Halle in Zwickau-Eckersbach wird für 8,4 Millionen Euro modernisiert – im August soll's losgehen. Freude war im Stadtrat kaum zu spüren. Hauptsächlich wurde über die angespannte Sportstätten-Lage gesprochen.

Baubürgermeisterin Silvia Queck-Hänel stellte das Projekt kurz und knapp vor. Sie zählte einige wesentliche Baumaßnahmen auf: die Hülle und sämtliche Räume werden saniert, das Erdgeschoss bekommt eine Fußbodenheizung, die Akustik wird verbessert, ein Aufzug eingebaut und einiges mehr. Wie die Halle in gut zwei Jahren aussehen soll, wurde nicht auf die Leinwand projiziert. Die Visualisierung konnten sich Interessierte in den Stadtratsunterlagen anschauen.

Die Sanierung sei überfällig, sagte Jens Juraschka (SPD) und nannte als einen Beweis die jährlichen Heizungskosten der Halle in Höhe von 100.000 Euro. Und dann kam er zu seinem Hauptthema. Er sprach von einer „ausgedünnten Sportstätten-Landschaft“. Mittlerweile fehlen nach seinen Worten der Stadt acht bis zehn Sportstätten (in der Größe einer Einfeldhalle). „Mit dieser Sanierung und mit der Stilllegung der Halle an der Dieselstraße sind wir am Limit“, sagte Jens Juraschka, „es gibt Abteilungen, die mit 60 Kindern in einer Halle trainieren.“

Ute Brückner hatte die Debatte mit einer ähnlichen Lage-Beschreibung eröffnet. In den letzten Jahren seien 13 Sporthallen geschlossen, abgerissen oder verkauft worden, sagte die Fraktionsvorsitzende der Linken. Die Vereine verzeichnen dagegen einen Mitgliederzuwachs. „Es wird Zeit, dass die Regierung in Sachsen versteht, wie wichtig der Sport für den Zusammenhalt der Gesellschaft ist“, stellte Ute Brückner fest und fügte hinzu, dass auch der Stadtrat sich Gedanken machen sollte, wie weitere Sportstätten entstehen.

FDP-Stadtrat Carsten Schick reagierte verständnislos auf die Kritik. Die Sanierung der „Sojus“-Halle bringe uns voran, sagte er, „ich würde mich hier nur pausenlos freuen“. Fraktionskollege Benjamin Strunz, CDU, ließ sich nicht beirren und griff das Thema Dieselstraße auf. Es ärgere ihn, dass es keine Fortschritte gibt. (Die Halle ist seit fast drei Jahren wegen Wasserschäden geschlossen.) Er verlangte sinngemäß, dass alles unternommen wird, damit die Halle schnell fertig wird. Nach aktuellem Stand soll sie ab Sommer nächsten Jahres wieder zur Verfügung stehen.

Zurück zum „Sojus“: Am Ende stimmten alle anwesenden Stadträte für das 8,4-Millionen-Vorhaben – bei einer Förderung durch den Freistaat in Höhe von 4,5 Millionen.  Oberbürgermeisterin Constance Arndt sprach nach dem klaren Votum von einer „sehr guten Botschaft an die Sportstadt Zwickau“.