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Sonderschau zur Kaiserzeit: Fotos, Kinderuniform, Barttasse

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2021 war es genau 150 Jahre her, dass in Versailles das Kaiserreich ausgerufen wurde. Die Sonderausstellung der Priesterhäuser zur Kaiserzeit folgt nun ein Jahr später – wegen Corona. Sie ausfallen zu lassen, kam dem Team des Museums nicht in den Sinn. Die Kaiserzeit in Zwickau war einfach zu interessant, sagt die Leiterin Alexandra Hortenbach, das Leben damals sei sehr vielschichtig und spannend gewesen.

Die Kaiserzeit bedeutete in Zwickau Industrialisierung und Zuzug. Zwischen 1871 und 1914 verdreifachte sich die Bevölkerungszahl nahezu. Von den Firmen, die für diesen Aufschwung stehen, erzählen Bilder eines Fotoalbums über die Industrie- und Gewerbeschau 1906 auf der Ziegelwiese. Sie sind auf einem Bildschirm zu sehen.

Am Anfang und am Ende der Kaiserzeit standen Kriege. Bekannt aus dieser Zeit ist das Infanterie-Regiment 133. Die Sonderausstellung zeigt unter anderem Uniformen mit der 133 – und das in der Größe eines Mannes und eines Kindes. Letzteres macht deutlich, wie Kinder in der Zeit erzogen wurden und dass Soldaten ein hohes Ansehen hatten. Es wird auch informiert, dass von den Zwickauer Regimentern im Ersten Weltkrieg 10.874 Männer gefallen sind.

Im Zentrum steht das Alltagsleben – Kleidung wie Frack und Zylinder zum Beispiel oder eine Barttasse, die durch einen Steg den Kaiser-Wilhelm-Bart geschützt hat. Das Team stellte auch ein komplettes Wohnzimmer zusammen. Auf dem Klavier wird zur Eröffnung der Ausstellung am Sonntag, 14 Uhr, Thomas Synfozik spielen. Das Instrument stammt genau aus dem Jahr 1871. Gebaut hat es Clara Schumanns Cousin Wilhelm Wieck. Der Historiker und Kulturamtsleiter Michael Löffler führt in die Ausstellung ein. Sie ist bis zum 7. August zu sehen.

Audio:

Alexandra Hortenbach zu Fotos von der Industrie- und Gewerbeschau 1906: