++ EIL ++

Sondersitzung zu Gewandhaus-Desaster: Keine Antworten auf die wichtigsten Fragen

Zuletzt aktualisiert:

Die Gewandhaussanierung wird teurer, aber um wie viel, bleibt weiter offen. Baubürgermeisterin Kathrin Köhler (CDU) sagte am Montagabend im öffentlichen Teil der Sonderstadtratssitzung: „Eine belastbare Aussage zu den Kosten ist derzeit nicht möglich.“ Veranschlagt wurden ursprünglich 14,25 Millionen Euro.

Wann die Spielstätte wieder eröffnet werden kann, blieb ebenso offen. Die Aufstellung eines neuen Zeitplans sei Aufgabe des neuen Planers, sagte Köhler. Aber der muss erst noch gefunden werden.

Die Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro ST aus Leipzig stand von Anfang an unter keinem guten Stern. Köhler sagte, dass es vor einem Jahr schon Anhaltspunkte für Verzögerungen gab.

Als im Mai die Medien noch über die Gewandhausbaustelle geführt wurden, war hinter den Kulissen schon ein Streit zwischen Stadt und Planer ausgebrochen. Es ging um die Bauüberwachung, für die sich der Planer – anders als die Stadt - nicht zuständig sah.

„Im Juni stand fest, so konnte es nicht weitergehen“, sagte Köhler. Bei einem Treffen habe sie die Kündigung schon in der Tasche gehabt, dann aber doch noch mal „alles auf eine Karte gesetzt“, also auf das Atelier ST.

Doch am 13. September sei ihr klar geworden, das Projekt halte keine weitere Zusammenarbeit aus. Am 22. September erhielt das Büro die Kündigung.

Politisch soll das Thema weiter aufgearbeitet werden. Die Linke, die gemeinsam mit AfD und SPD die Sondersitzung beantragt hatte, will einen Akteneinsichtsausschuss einberufen und auf der nächsten regulären Ratssitzung am 26. Oktober über die Chaosbaustelle debattieren.

Und das Theater? Das freundet sich schon mal mit dem Gedanken an, länger als geplant an den Ausweichorten spielen zu müssen, „also auch noch 2019/20“, sagte Geschäftsführerin Sandra Kaiser unserem Sender am Rande der Sitzung.