Stadt beauflagt Legida-Demo – Anhänger dürfen nicht durch Innenstadt ziehen
Die Polizei bereitet sich auf einen erneuten Großeinsatz in der Innenstadt vor. 16 Kundgebungen wurden für Freitag-Nachmittag und -Abend angekündigt. Sieben davon vom islamkritischen Bündnis Legida und legidanahnen Organisationen, neun von Gegenprotestlern. Etwa 2.000 Beamte sind im Einsatz. Bis zu 40.000 Teilnehmer werden insgesamt auf beiden Seiten erwartet.Bahnstrecke Dresden-Leipzig nach Brandanschlag gesperrtDie Bahnstrecke zwischen Leipzig und Grimma musste nach einen Brandanschlag in Naunhof gesperrt werden. Die Feuerwehr löscht wegen des starken Windes unter erschwerten Bedingungen. Außerdem muss das Löschwasser aufwendig rangebracht werden. Wie lange die Löscharbeiten dauern werden ist noch unklar.Erst bei der letzten Legida-Kundgebung vergangene Woche Mittwoch hatte es Anschläge auf Schienen der Deutschen Bahn gegeben. Es kam tagelang zu erheblichen Behinderungen. Behinderungen in der Innenstadt - Busse und Bahnen mit EinschränkungenAutofahrer müssen wegen der verschiedenen Demos und der zahlreichen Teilnehmer ab dem Freitag-Nachmittag bis in die späten Abendstunden rund um den Innenstadtring mit erheblichen Behinderungen rechnen. Auch die Leipziger Verkehrsbetriebe kündigten erhebliche Behinderungen im Bus- und Bahnverkehr an. Zwischen 14 und 22 Uhr müssen Kunden mit Einschränkungen rechnen. Ab dem Nachmittag wird der Bahnverkehr auf dem westlichen Innenstadtring und den innenstadtnahne Bereichen gesperrt. Die LVB ist bemüht, die Haltestellen Goerdelerring und Hauptbahnhof weiter zu bedienen. Augustusplatz und Wilhelm-Leuschner-Platz werden weiträumig umfahren. Kunden können sich unter www.lvb.de, www.facebook.de/LVBdirekt, www.twitter.de/LVB_direkt oder über die kostenlose Service-Hotline: 0341/19449 informieren. Stadt beauflagt KundgebungenDas islamkritische Bündnis Legida darf am Freitag nicht durch die Innenstadt ziehen. Wie die Stadt mitteilte, wurde lediglich eine Kundgebung genehmigt. Die geplante Demonstration über den Innenstadtring wurde dagegen untersagt. Insgesamt wurden 16 Veranstaltungen angekündigt - sieben davon von Legida und legidanahe Organisationen, neun von Initiativen gegen Legida. Hier geht's zur Übersicht der einzelnen Veranstaltungen: http://www.leipzig.de/news/news/ebersicht-ueber-die-demonstrationen-veranstaltungen-am-freitag-30-01-2015/ Legida erwartet bis zu 20.000 Anhänger - auch auf der Gegenseite werden 20.000 Teilnehmer erwartet. Innenstadthandel kann nicht lahm gelegt werdenDie Kundgebung der Legida darf außerdem nicht auf dem Markt abgehalten werden. Sie wurde auf den Augustusplatz verlegt. Legida hatte bis zu 20.000 Teilnehmer angemeldet, dafür sei auf dem Markt einfach kein Platz, teilte das Ordnungsamt mit. Außerdem gebe es ein Grundrecht auf Berufsausübung. Bei einer Kundgebung auf dem Markt in dieser Größenordnung müssten sowohl die Innenstadthändler als auch die Händler auf dem Wochenmarkt eher schließen. Es sei unverhältnismäßig, den kompletten Innenstadthandel wegen einer Kundgebung lahm zu legen, so Stadtsprecher Matthias Hasberg. Sicherheit der Teilnehmer in GefahrAls dritter Aspekt wurde die Sicherheit der Demonstranten und Anwohner genannt. Die Polizei kann am Freitag nicht genügen Einsatzkräfte zur Verfügung stellen, um einen Aufzug der Legida abzusichern, hieß es. Bei der vergangenen Demo war es immer wieder zu Ausschreitungen vor allem entlang der Strecke gekommen gekommen. Dabei waren 4.400 Beamte im Einsatz.Gegendemonstrationen ebenfalls beschränktAuch der Gegenprotest ist wieder groß. Bisher wurden neun Kundgebungen angemeldet, die ebenfalls nicht durch die Innenstadt ziehen dürfen. Thomas- und St. Trinitatiskirchgemeinde haben beispielsweise Mahnwachen angekündigt. Auch die "Initiative gegen Rassismus" und "Leipzig Courage zeigen" sind mit Aktionen dabei.Legida kündigt Klage anAuf seiner Facebook-Seite kündigte das islamkritische Büdnis an, Klage gegen den Auflagenbescheid einreichen zu wollen. Vor der Legida-Demo vergangene Woche Mittwoch hatte die Stadt die geplante Route eingeschränkt, auch dagegen hatte Legida geklagt. Das Bundesverwaltunggericht gab jedoch der Stadt recht.