Stadt kauft Wagner-Areal – Bettenhaus verschwindet
„Gott sei Dank!“, sagte am Dienstagnachmittag ein Zuschauer im Bürgersaal. Der Finanzausschuss hatte gerade dem Kauf des Grundstücks Bahnhofstraße 67 zugestimmt – des Grundstücks, wo bis zum vorigen Jahr das frühere „Hotel Wagner“ stand. Das Votum war klar: sechs Ja-Stimmen, drei Enthaltungen, keine Nein-Stimme. Damit war nach der halbstündigen Debatte zuvor nicht unbedingt zu rechnen.
Den Kaufpreis kennen die Ausschussmitglieder aus Unterlagen, die nicht veröffentlicht werden dürfen. Christoph Kaufmann, der Leiter des Liegenschafts- und Hochbauamtes, sprach allerdings von einem guten Verhandlungsergebnis. Der vereinbarte Preis liege unter dem Verkehrswert des Gutachtens.
Der Preis war ansonsten in der Diskussion kein Thema. Die Stadträte erkundigten sich vielmehr nach dem Großprojekt Bahnhof – mit den Teilprojekten Bahnhofsvorplatz, Innenstadttangente und Querspange (neue Straßenbahntrasse). Michael Luther (CDU) nannte die geplante Straßenbahntrasse eine Fiktion.
Thomas Pühn, Chef des Tiefbauamtes, informierte, dass der Entwurf für den Vorplatz in Arbeit sei und noch dieses Jahr vorgelegt werden soll. Dieses Vorhaben solle als erstes realisiert werden und zwar mittelfristig. Zu den übrigen Teilprojekten machte er keine Zeitangaben. Aber Thomas Pühn erklärte mehrmals – auch auf Wunsch fürs Protokoll –, dass das Grundstück gebraucht wird, um die Innenstadttangente und die Querspange zu bauen.
Vereinbart ist mit dem Eigentümer, dass er das Grundstück ohne das Bettenhaus übergibt. Die Stadt zahlt erst, wenn die Ruine verschwunden ist.
Was mit dem Areal passiert, wenn es der Stadt gehört, war eine weitere Frage im Ausschuss. Das ist noch offen, antwortete Christoph Kaufmann. Als Möglichkeiten nannte er eine Grünfläche oder einen Parkplatz. Auch ein neues Gebäude als Beginn der rechten Häuserzeile (stadteinwärts gesehen) wäre eine Option. Der Kauf des Grundstücks sei kein verlorenes Geld, sagte der Amtsleiter. Und wenig später wurde abgestimmt.