Steigende Zahl der Corona-Neuinfektionen - FDP regt flächendeckende Schnelltests für Corona-Hotspotgebiete an

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In Sachsen sind inzwischen mehr als 500 Menschen im Zusammenhang mit einer Coronainfektion gestorben. Über das Wochenende stieg die Zahl um 34 auf 514, wie aus einer Übersicht des Gesundheitsministeriums vom Montag hervorgeht. Zugleich stieg die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Virus Sars-CoV-2 im Vergleich zum Freitag um mehr als 3000 auf 35 718 seit Ausbruch der Pandemie im Freistaat. Die Neuansteckungen nehmen weiterhin sehr stark zu, hieß es. Die 7-Tage-Inzidenz für Sachsen liegt mittlerweile bei einem Wert von 179. Als besonders betroffen gelten die Landkreise Bautzen und Görlitz sowie der Erzgebirgskreis.

Die besonders von hohen Infektionszahlen betroffenen Landkreise in Sachsen wollen sich möglichst rasch über schärfere Corona-Maßnahmen absprechen. Einen konkreten Zeitplan, wann welche Maßnahme umgesetzt wird, gibt es noch nicht, wie ein Sprecher des Landratsamtes Erzgebirgskreis auf Anfrage mitteilte. Am Montag berieten auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) mit den anderen Länderchefs und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise.

Die FDP hat für die Corona-Hotspots in Sachsen flächendeckende Schnelltests angeregt. Als Vorbild nannte der Dresdner Bundestagsabgeordnete der Liberalen, Torsten Herbst, veränderte Teststrategien in der Slowakei und in Österreich: «Der entscheidende Hebel in der Pandemiebekämpfung ist neben einem umsichtigen eigenen Verhalten die rechtzeitige Identifizierung von regionalen Infektionsclustern.»

Es wäre aus Sicht der FDP daher überlegenswert, dass Sachsen in Landkreisen mit einer 7-Tage-Inzidenz von über zweihundert Fällen pro 100 000 Einwohnern flächendeckende Schnelltests auf freiwilliger Basis anbiete, so Herbst. Damit wäre es möglich, Infizierte schneller und in größerem Umfang zu identifizieren und Quarantänemaßnahmen durchzuführen.

Die steigende Zahl von Corona-Infektionen macht sich zunehmend auch an den Schulen bemerkbar. Laut Kultusministeriums mussten vom 9. bis zum 14. November sechs öffentliche Schulen coronabedingt schließen. Betroffen waren demnach drei Grundschulen, zwei Oberschulen sowie eine Förderschule. Mehr als 6500 Mädchen und Jungen mussten in der vergangenen Woche in häuslicher Quarantäne lernen. Gut 98 Prozent der Schülerinnen und Schüler konnten dennoch ihre Schule besuchen.

Der Sächsische Lehrerverband sprach sich unterdessen dafür aus, die Schulen auch in der zweiten Welle der Corona-Pandemie geöffnet zu lassen. Je nach Infektionsgeschehen sollten sowohl ein Normalbetrieb mit Unterricht nach regulärem Stundenplan als auch ein eingeschränkter Regelbetrieb mit Klassen- und Gruppentrennung möglich sein. «Flächendeckende Einschränkungen des Schulbetriebs sind nicht für jede konkrete Situation vor Ort passgenau», so Verbandsvorsitzender Jens Weichelt.

Der Anfang November verhängte Teil-Lockdown mit geschlossenen Museen, Theatern und Kinos trifft vor allem die Kulturschaffenden. Zahlreiche sächsische Künstler haben daher die Politik um Wiedereröffnung ihrer Spielstätten ersucht. «Live-Kultur ist wichtig für die seelische Gesundheit, weil sie Hirn, Herz und Bauch gleichermaßen zu berühren vermag - eine Fähigkeit, die kein digitales Ersatzangebot leisten kann», heißt es in einem am Montag veröffentlichten Offenen Brief an Ministerpräsident Kretschmer.