Streit um Mindestlohn
In Sachsen sind laut einer Studie des Ifo-Instituts zwischen 30 000 und 60 000 Arbeitsplätze durch die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns bedroht. Besonders betroffen ist laut der am Montag in Dresden vorgestellten Untersuchung die Grenzregion. „Eine besondere Betroffenheit wird es bei Bäckern, Fleischern, dem familiengeführten Einzelhandel, Gaststätten und im Beherbungsgewerbe geben“, erklärte Wirtschaftsminister Sven Morlok (FDP), dessen Haus die Studie in Auftrag gegeben hatte. Demnach ist allein im Landkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge fast jeder dritte (32,2 Prozent) der gut 14 000 abhängig Beschäftigten von der Einführung des Mindestlohns betroffen. Hier geht das Institut davon aus, dass bis zu 2 900 Arbeitsplätze wegfallen könnten. Ähnlich sieht es im Kreis Bautzen (30,5 Prozent) und im Erzgebirgskreis (29,5 Prozent) aus. Am stärksten gefährdet seien die Arbeitsplätze von unter 25-Jährigen, Ungelernten und Mitarbeitern in der Gastronomie und anderen Dienstleistungsbereichen. Mit Beginn des nächsten Jahres muss in Deutschland ein Mindestlohn von 8,50 pro Stunde gezahlt werden. Bis 2017 sind Ausnahmeregelungen möglich.