Sturm der Entrüstung nach Polizeikritik von Vize-Regierungschef Dulig
Sachsens Vize-Regierungschef Martin Dulig (SPD) hat mit seiner Polizisten-Schelte einen Proteststurm ausgelöst. Gewerkschaftsvertreter reagierten empört auf Duligs Äußerungen in der Wochenzeitung „Die Zeit“. Er frage sich, „ob die Sympathien für Pegida und die AfD innerhalb der sächsischen Polizei größer sind als im Bevölkerungsdurchschnitt“, hatte Dulig unter anderem gesagt. Als Dienstherr dürfe erwartet werden, dass Polizisten „die Grundelemente politischer Bildung verinnerlicht haben“. Die Regierungskoalition sollte andere Dinge für die Polizei bewerkstelligen als sie in Misskredit zu bringen, betonte Hagen Husgen, Landeschef der Gewerkschaft der Polizei. „Das ist für mich ein Unding. Wenn man in der Koalition Probleme miteinander hat, dann sollte man die nicht auf den Schultern der Polizei ausfechten.“ Innenminister Markus Ulbig (CDU) meldete sich vom NPD-Verbotsverfahren aus Karlsruhe zu Wort. „Dem Wirtschaftsminister steht es selbstverständlich frei, sich Fragen zu stellen. Aber schlichte Spekulationen sind in der jetzigen Situation wenig hilfreich“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur: „Unsere Polizei leistet seit Monaten unter schwierigen Bedingungen hervorragende Arbeit. Selbstverständlich wird diese Arbeit auch kritisch betrachtet - ich glaube, bei der Polizei sogar mehr und transparenter als bei jeder anderen Berufsgruppe.“ Auch CDU-Fraktionschef Frank Kupfer nahm die Beamten in Schutz. Die Linken lehnten es ab, Polizisten unter Generalverdacht zu stellen. SPD-Innenexperte Albrecht Pallas sagte dagegen: „Martin Dulig hat einen Eindruck wiedergegeben, den wir zunehmend aus der Bevölkerung gespiegelt bekommen.“ (dpa)Das sagte Dulig der Wochenzeitung „Die Zeit“.