Surren statt Knattern: Dieses Moped ist anders
Fragt man Simson-Fans, welche Eindrücke beim Mopedfahren den Fahrspaß bringen, würden viele Antworten sicherlich ähnlich ausfallen: Das nostalgische Knattern, der unverkennbare Geruch, das gern in Kauf genommene Abmühen mit dem Kickstarter. Sven Deckert aus Hartenstein braucht das nicht - und trotzdem liebt er seine „Simme“. Für seine S51 hat er im vergangenen Jahr ein spezielles Projekt in Angriff genommen. Er hat sie zum E-Moped umgebaut.
Dafür hat sich Deckert aus dem Internet ein Umbaukit von einem Berliner Start-Up-Unternehmen bestellt. Der Vorgang klingt bei Deckerts Beschreibung verblüffend einfach: Alter Motor und Auspuffanlage raus, neuer Motor rein. Zudem fallen Schalt- und Kupplungshebel und der Kickstarter weg. Der Strom für den Motor kommt aus der Sitzbank, die auch mit dem Kit geliefert wird. In ihr befindet sich der Akku. „Die kann man einfach abmontieren und mit ins Haus nehmen zum Aufladen“, erklärt uns der Hobbytüftler.
Der Grund für den chirurgischen Simson-Eingriff ist simpel: „Ich bin einfach ein Fan der Elektromobilität, weil ich glaube, dass es die Zukunft ist. Außerdem müssen wir alle was für’s Klima tun“, sagte uns der Hartensteiner. Der Fahrspaß bleibt für ihn derselbe, auch ohne Lärm und Gestank.
Abstriche muss Sven Deckert nicht machen. Das Fahrzeug ist ganz normal zugelassen für den Straßenverkehr und fährt 60 km/h in der Spitze - eben wie eine originale S51. Mit einer Akkuladung kommt er etwa 50 Kilometer weit. Die Kollegen aus dem Simsonverein sind sich uneinig darüber, was sie von seinem Projekt halten sollen, verrät uns Deckert: „Es gibt gemischte Gefühle, aber einige finden es richtig cool.“ (mit rko)