Tatverdächtiger nach Angriff auf jüdisches Restaurant ermittelt
Nachdem im Juni die Ermittlungen zum Anschlag auf das jüdische Restaurant Schalom in Chemnitz eingestellt wurden, hat die Generalstaatsanwaltschaft jetzt überraschend einen Tatverdächtigen präsentiert. Es handelt sich um einen 28-Jährigen aus dem Raum Stade in Niedersachsen. Bei einer Wohnungsdurchsuchung hat die Polizei neben Handys unter anderem auch Sturmhauben sichergestellt. Nach dem Mann wird noch gefahndet.
Die Fallakten wurden wieder geöffnet, nachdem ein DNA-Abgleich einen Treffer ergab. Der 28-Jährige wurde nach einer anderen Straftat in die DNA-Datenbank aufgenommen. Er soll im August letzten Jahres gemeinsam mit anderen Tätern Steine und Flaschen auf das Restaurant Schalom geworfen haben. Dabei wurde der Inhaber an der Schulter verletzt.
„Die Tat steht im Zusammenhang mit den Demonstrationen und Ausschreitungen nach dem gewaltsamen Tod von Daniel H. in den frühen Morgenstunden des 26.08.2018 in Chemnitz“ so das LKA. „Dabei waren innerhalb kürzester Zeit über soziale Medien bundesweit Personen aus dem rechtsextremen Spektrum mobilisiert worden.“
Im unmittelbaren zeitlichen und örtlichen Zusammenhang mit dem Demonstrationsgeschehen am 26. und 27.08.2019 wurden den Angaben zufolge 78 Beschuldigte ermittelt. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden hat bislang gegen 19 Beschuldigte Anklage erhoben bzw. Strafbefehle beantragt. Die Beschuldigten wurden zu Geldstrafen, in vier Fällen aber auch zu Freiheitsstrafen verurteilt.