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Theater Plauen-Zwickau kündigt 32 Premieren für neue Spielzeit an

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Trotz der Querelen um die Sanierung der wichtigsten Spielstätte gibt das Theater Plauen-Zwickau mit seinem neuen Programm richtig Gas. Ein Musical soll sogar Sachsens Queer-Community an die Mulde locken.

Vollgepackter Spielplan statt Interimslösung: Das Theater Plauen-Zwickau verspricht für die kommende Spielzeit zahlreiche Blockbuster und Neuentdeckungen. Auf der einen Seite werde man Schauspiel-Klassiker wie Shakespeares „Hamlet“ und Operetten wie „Die lustige Witwe“ auf die Bühne bringen, sagte Musiktheater-Direktor Jürgen Pöckel zur Vorstellung des Programms für 2018/2019 am Mittwoch in Zwickau.Andererseits stünden zeitgenössische, experimentelle Stücke wie das US-amerikanische Musical „Die letzten fünf Jahre“ auf dem Spielplan. Damit wolle man vor allem junge Menschen für das Theater begeistern und beispielsweise mit dem soziokulturellen Zentrum „Alter Gasometer“ neue Spielräume in der dritten Interimsspielzeit entdecken.Insgesamt bespielt das Ensemble aufgrund der Sanierung des Zwickauer Gewandhauses 17 Ausweichquartiere, sagte Generalintendant Roland May. Derzeit plane man im Frühjahr 2020 die Rückkehr auf die wichtigste Zwickauer Bühne. Aktuell sucht die Stadt nach dem Rauswurf des Architekten im September 2017 allerdings immer noch nach einem neuen Planer.Der mit 32 Premieren vollgepackte Spielplan mit dem Motto „Grenzgänge“ ist aber alles andere als eine Übergangslösung. So stehen auch acht Sinfoniekonzerte auf dem Programm. Diese sollen unter Leitung des Generalmusikdirektors Leo Siberski deutlich mehr Gesang als bisher bieten. Außerdem werde das 120-jährige Bestehen des Plauener Vogtlandtheaters mit einem Festkonzert gefeiert und das Zwickauer Gewandhaus mit einem „Baustellen-Konzert“ zum Tag des offenen Denkmals im Herbst.Der Malsaal als Gewandhaus-Ersatz wird im Dezember eine besondere Premiere erleben: Obwohl eigentlich der Platz fehle, werde die bewegende Liebesgeschichte „Das Lächeln einer Sommernacht“ mit großer Orchesterbesetzung gespielt, erläuterte Pöckel. Dafür steigen die Musiker dem Gebäude sozusagen auf‘s Dach. „Man sieht das Orchester nicht, aber man hört es.“Zudem kommt nach der Premiere in der aktuellen Spielzeit in Plauen das Musical „Ein Käfig voller Narren“ nun auch in Zwickau auf die Bühne. Als Extra sei ein Queer-Ball geplant, mit dem man die LGBT-Gemeinde (Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender) aus ganz Sachsen nach Zwickau locken wolle.Im Schauspiel stehen neben Shakespeare unter anderem Brecht und das Familienstück „Pünktchen und Anton“ nach Erich Kästner auf dem Spielplan. Die Ballett-Sparte plant sieben Premieren, darunter ein Tanzstück zu Leben und Wirken des Zwickauer „Brücke“-Künstlers Max Pechstein. (dpa)