Todesschütze von Rossau zu lebenslanger Haft verurteilt
Der 53-Jährige, der in Seifersbach bei Rossau seine Ehefrau erschossen hat, muss lebenslang hinter Gitter. Das Landgericht Chemnitz verurteilte den Mann aus Hessen wegen Totschlags in besonders schwerem Fall und folgte damit dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Vorsitzende Richterin, Simone Herberger, sprach von einer Beziehungstat mit besonderer Verwerflichkeit. Er habe seine Tat lange und detailliert geplant und durchgezogen. Die Verteidigung hatte auf 13 Jahre Haft plädiert. Der 53-Jährige hatten während des Prozesses geschwiegen. Das Urteil nahm er regungslos zur Kenntnis. Die Ehefrau hatte sich laut Gericht von dem in Hessen lebenden Mann trennen wollen. Als sie über Pfingsten im Juni vergangenen Jahres ihre Eltern in Rossau besuchte, drang ihr Mann mit einem Kleinkalibergewehr bewaffnet in das Haus ein. Die Frau flüchtete, stürzte aber auf der Wiese vor dem Haus und wurde laut Anklage mit einem Schuss in den Rücken getötet - sie verblutete. Ein Nachbar hielt den Ablauf mit einem Fotoapparat fest. Nach Auffassung des Gerichts konnte der Mann mit der Trennung nur schwer umgehen. Nachdem die Frau mit der gemeinsamen, damals vierjährigen Tochter von Hessen zu ihren Eltern in das rund 300 Kilometer entfernte Rossau ziehen wollte, habe er den Verlust des Kindes und seiner Machtposition befürchtet. Er habe die Tat genau geplant, eine Waffe besorgt und sich mit Schießübungen vorbereitet, hieß es. Bevor er an jenem Abend seine Frau tötete, hatte der 53-Jährige laut Gericht zudem seiner Schwiegermutter, die ihrer Tochter zu Hilfe eilen wollte, ins Bein geschossen. Später feuerte er zweimal auf einen Polizeiwagen mit drei Beamten, die zum Tatort geeilt waren, und floh mit dem Auto. Rund 100 Beamte aus Sachsen, Thüringen und Hessen fahndeten nach ihm. Spezialkräfte der Thüringer Polizei stellten ihn nach mehr als 20 Stunden stark betrunken an der Auffahrt Eisenach-Ost der Autobahn A4 - mehr als 200 Kilometer vom Tatort entfernt.