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Tödlicher Brand in Plauen - Angeklagter offenbar schuldfähig

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Im Prozess um einen tödlichen Brand in Plauen ist der Angeklagte offenbar voll schuldfähig. Trotz jahrelangen Drogenmissbrauchs lasse sich eine Psychose nicht nachweisen, sagte ein Gutachter am Montag vor dem Landgericht in Zwickau. Der 27-jährige Angeklagte soll am 5. Februar in einer Dachgeschosswohnung vorsätzlich ein Stück Stoff angezündet haben. Das Feuer breitete sich schnell aus. Eine 22-Jährige und ein 25-Jähriger starben an einer Kohlenmonoxidvergiftung. Ein weiterer Mann erlitt schwere Verbrennungen, eine weitere Frau wurde leicht verletzt. Die Anklage lautet auf Mord, versuchten Mord und Brandstiftung mit Todesfolge.

Auch am 8. Verhandlungstag blieb das Tatmotiv nach den Worten des Vorsitzenden Richters eine „blanke Stelle“. Fest steht nur, dass sich das Geschehen im Drogenmilieu abspielte. Der arbeitslose Mann aus Dresden konsumierte seit seiner Jugend regelmäßig Alkohol und Betäubungsmittel. Der Angeklagte sei in schwierigen Verhältnissen aufgewachsen und habe eine „durch und durch lieblose Kindheit“ erfahren, so der Psychiater. Zudem sei er schon früh straffällig geworden.

Der Mann hatte drei Tage nach dem Brand gegenüber der Polizei ein Geständnis abgelegt. Vor Gericht schweigt er bislang zu den Vorwürfen. Die Verhandlung wird am 13. November fortgesetzt. (mit dpa)