Tourismusverband: „schwerste Krise seit der Wende“
Der Dresdner Tourismusverband spricht aktuell von der "schwersten Krise" der Branche seit der Wende. Erstmals seit Jahren steigen die Gästezahlen nicht mehr, sondern gehen zurück. Die Übernachtungen sanken seit Jahresbeginn um 2,6 Prozent. Bei den Gästen aus dem Inland wird intern bereits mit einem Nachfrage-Minus von 20-30 Prozent gerechnet, bei ausländischen Gästen seien die Zahlen stabil. Das deuteten große Reiseveranstalter an. Auf die Dresdner Hotels wird sich das in den nächsten zwei Jahren massiv auswirken, warnt Tourismusverbandschef Johannes Lohmeyer. Vier Gründe für massiven Rückgang der GästeDie Gründe seien laut Verbandschef Lohmeyer die Streichung der verkaufsoffenen Sonntage, zu wenig Geld fürs Stadtmarketing, die Bettensteuer und der Imageschaden für Dresden durch die montäglichen Demonstrationen. „Vor allem durch das derzeitige Demonstrationsgeschehen einerseits, aber auch durch die völlig überzogene und tendenziöse Berichterstattung in den Medien hat die Stadt einen massiven Imageschaden erlitten, der nicht irreversibel ist, aber uns noch lange begleiten und belasten wird“, sagte Lohmeyer.Wahrnehmung: "Hässliche Nazihochburg"Wie Lohmeyer weiter sagte, sei aus "der wegen ihrer Schönheit gepriesenen Landeshauptstadt innerhalb kürzester Zeit in der öffentlichen Wahrnehmung eine hässliche Nazihochburg geworden." Er rief dazu auf, die Deutungshoheit zurückzugewinnen, entsprechende Initiativen werden derzeit vorbereitet, hieß es. "Mindereinheit beansprucht Deutungshoheit"„Eine verschwindend kleine Minderheit beansprucht gerade die Deutungshoheit über das Image unserer Stadt. Und schlimmer – sie hat es auch“, so Lohmeyer. Er rief die 200 Mitglieder des Tourismusverbandes auf, diese Deutungshoheit zurückzugewinnen, „wenn wir als Branche nicht gnadenlos Schiffbruch erleiden wollen“.