Umfrage: Sachsen bei Flüchtlingen zwiegespalten
Die Sachsen sind einer Umfrage zufolge in ihrer Einstellung zu Migration und Flüchtlingen zwiegespalten. Während eine Mehrheit von 60 Prozent bezweifelt, dass Zuwanderer der Bevölkerung überhaupt willkommen sind, sprechen sich 91 Prozent der Befragten dafür aus, Kriegsflüchtlinge aufzunehmen. Rund drei Viertel der im Auftrag der Staatsregierung von TNS Emnid befragten Menschen wollen demnach auch, dass politisch, religiös oder ethnisch Verfolgte und Opfer von Naturkatastrophen in Sachsen Zuflucht finden können. Sogenannten Wirtschaftsflüchtlingen wollen 60 Prozent die Aufnahme verweigern. Befragt wurden vom 21. Mai bis zum 18. Juni mehr als 1000 repräsentativ ausgewählte Sachsen. „Ich muss feststellen, dass die große Mehrheit für das Schicksal der Menschen Verständnis hat und auch eine Aufnahmebereitschaft besteht“, sagte der Chef der Staatskanzlei, Staatsminister Fritz Jaeckel (CDU), am Dienstag bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse in Dresden. Angesichts der ausländerfeindlichen Vorfälle in Meißen und Freital räumte er „ein Problem an vielen Stellen“ ein, mit dem man umgehen müsse. Jeder fünfte Sachse nennt Zuwanderung und Migration als wichtigstes Problem im Freistaat. Verglichen mit der Vorjahresumfrage ist das ein Anstieg um 16 Prozentpunkte. Insgesamt sind die Sachsen aber mit sich, dem Land und der Staatsregierung ungewöhnlich zufrieden. Rund drei Viertel sehen die persönliche und die allgemeine wirtschaftliche Lage als gut oder sehr gut. Ebenso viele blickten optimistisch in die Zukunft. Mit der Politik von Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) sind 65 Prozent der Befragten einverstanden. Ebenso viele sind mit der Arbeit seiner schwarz-roten Regierung zufrieden.