Urteil nach Brandanschlag auf Zwickauer Asylbewerberheim erwartet
Im Prozess um den Brandanschlag auf das Asylbewerberheim auf der Kopernikusstraße soll an diesem Dienstag (9.00 Uhr) das Urteil fallen. Angeklagt vor dem Landgericht Zwickau ist ein 32 Jahre alter Berufskraftfahrer. Er muss sich wegen 16-fachen versuchten Mordes, versuchter schwerer Brandstiftung sowie Verstoßes gegen das Waffengesetz verantworten. Weil zum Auftakt des Verhandlungstages noch ein Rechtsmediziner und ein Zeuge aussagen sollen, wird mit den Plädoyers und dem Urteil erst am Nachmittag gerechnet. Mordversuch wird in der Regel wie Mord mit lebenslanger Haft bestraft. Sollte das Gericht im Fall einer Verurteilung die Strafe mildern, drohen drei bis 15 Jahre Gefängnis. Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, in den frühen Morgenstunden des 22. Mai 2016 vier selbstgebaute Brandsätze am Asylbewerberheim gezündet haben. Zwei davon soll er durch eine Fluchtwegetür in das Gebäude geworfen haben. Laut Staatsanwaltschaft soll er den Tod von 16 anwesenden Bewohnern zumindest billigend in Kauf genommen haben. Eine Person wurde verletzt. Zu Prozessbeginn hatte der Mann die Tat gestanden.