Verein will Randalierer zur Rechenschaft ziehen
Nach den Ausschreitungen gestern im Westsachsenstadion hat die Polizei Bilanz gezogen. Demnach wurden drei Ordner des Vereins sowie drei unbeteiligte Zuschauer leicht verletzt. 14 Anzeigen wurden gefertigt, unter anderem wegen Körperverletzung. Fast 100 Polizisten waren im Einsatz. Sie verwendeten Schlagstöcke und Pfefferspray – zu ihrer Verteidigung, wie Polizeisprecher Oliver Wurdak unserem Sender sagte. Zu den Ausschreitungen war es gekommen, weil Ultrafans von Red Kaos aus Sicherheitsgründen nicht auf ihre Tribüne durften und das Spielfeld stürmten. Daraufhin unterbrach der Schiedsrichter nach einer halben Stunde die Partie gegen Borea Dresden und pfiff sie nicht wieder an.
Unterdessen hat die Vereinsführung Konsequenzen angekündigt. „Wir werden die Beteiligten mit einer Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs zur Verantwortung ziehen, in persönlichen Regress nehmen und bei Vorliegen der rechtlichen Voraussetzungen aus dem Verein ausschließen und Stadionverbote aussprechen“, heißt es in einer Erklärung des FSV. Es sei Keinem erlaubt, seine irrationalen und sportfeindlichen Aktionen zum Schaden des Vereins auszuleben. Ein Jahr nach Abwendung der Insolvenz sei man mit den Aktiven, den Partnern aus der Wirtschaft und den ehrlichen Anhängern dankbar, dass man sich auf einen guten Weg begeben konnte. Jeder, der diesen Weg gefährde, disqualifiziere sich selbst.
Die Gewalt im Westsachsenstadion hat Innenminister Markus Ulbig zur Roten Karte greifen lassen. Für Ende August lud er Clubs, Fanprojekte und Polizei zu einem Krisengipfel ein. Diese Exzesse werden wir nicht hinnehmen, so Ulbig wörtlich. Das habe mit Sport nichts mehr zu tun.