Verfrüht geimpft: Landrat Vogel entschuldigt sich

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Landrat Frank Vogel hat seine verfrühte Corona-Impfung als Fehler bezeichnet. In einem Statement entschuldigte er sich dafür und erklärte, wie es dazu gekommen ist.

Er habe seine über 80-jährigen Eltern, die zu Hause gepflegt werden, zu einem Impftermin nach Sosa begleitet. Vor Ort sei auch ihm die Impfung angeboten worden. Wegen seiner vielen dienstlichen Kontakte, seiner politischen Verantwortung und einer chronischen Erkrankung habe er sich dafür entschieden. Was man ihm vorwerfen könne, ist, “ja” gesagt zu haben.

Vogel hatte vor zwei Wochen seine Corona-Impfung erhalten, obwohl er noch nicht an der Reihe war.

Anfang der Woche war bekannt geworden, dass Hunderte Polizisten in Sachsen früher als geplant eine Schutzimpfung gegen das Coronavirus erhalten hatten. Die Impfdosen waren der Polizei an mehreren Tagen kurzfristig vom DRK angeboten worden, weil sie wegen der komplizierten Lagerung sonst verfallen wären.

Diese Praxis sei inzwischen angepasst worden, erläuterte DRK-Sprecher Kai Kranich. Zwar würden Reste von Impfdosen immer am gleichen Tag verimpft. "Aber mittlerweile werden Personen aus der höchsten Prioritätengruppe auch einen Tag zuvor informiert, dass sie sich zur Verfügung stellen sollten, falls einige Dosen übrig sind".

Ministerpräsident Michael Kretschmer sagte auf der Kabinettspressekonferenz am Donnerstag in Dresden, er kenne die Details nicht genau. Vogel ärgere sich aber über sich selbst, dass der Eindruck entstanden sein könnte, er habe sich einen Vorteil verschafft.

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Michael Kretschmer