• Nach dem Hotel geht es für Autofahrer auf der Marienthaler jetzt stadtauswärts einspurig weiter, stadteinwärts auf dem Abschnitt ab Weingut ebenfalls.

Versuch auf der Marienthaler: eine Spur für Autos und Bahn

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Die Auto- und Motorradfahrer müssen sich im oberen Bereich der Marienthaler Straße umstellen. Zwischen Jacobstraße und Weinhof steht ihnen fast nur noch die linke Spur zur Verfügung – die Spur der Straßenbahn. Die rechte Spur ist größtenteils mit einem dicken gelben Streifen abgetrennt und damit für die Radfahrer reserviert. Diese Veränderung ist Teil eines Verkehrsversuchs, der von zwei Fraktionen im Stadtrat bereits kritisiert wurde.

Das „Experiment“ sieht vor, die Marienthaler Straße von der Aral-Tankstelle bis zum Weinhof in beide Richtungen für Autos und Motorräder auf eine Spur zu reduzieren – von einigen Unterbrechungen und ein paar Zentimetern abgesehen. Die rechte Spur wird größtenteils zum Fahrradstreifen.

Die bereits aufgetragenen Markierungen sorgen bei Zwickauern für Gesprächsstoff. Wieso gelbe Striche und warum durchgezogen? Diese Fragen wurden zum Beispiel bei Facebook gestellt. Durchgezogen bedeutet auch hier Trennlinie – Befahren verboten. Die gelbe Markierung weise auf einen Verkehrsversuch hin, so das Pressebüro. Dauern soll der Versuch ein Jahr.

Ausgangspunkt war der Knoten Marienthaler/Agricolastraße. Dort hat es häufig gekracht. Um Unfälle zu vermeiden, haben sich Verantwortliche der Stadt dafür entschieden, den motorisierten Verkehr auf die linke Spur zu kanalisieren. So steht es in einer Information von Ende September. Gleichzeitig wurde festgelegt, diese Lösung auf fast die gesamte Marienthaler Straße auszudehnen. Verwiesen wird in der Info auf den Lärmaktionsplan und das Radverkehrskonzept.

Zwei Stadtratsfraktionen wollten daraufhin intervenieren. CDU/FDP und die Fraktion Freier Bürger hatten für die September-Sitzung einen Eilantrag vorbereitet, wonach die Baumaßnahme ausgesetzt werden sollte, ausgenommen der Unfallschwerpunkt. Doch die Oberbürgermeisterin ließ den Antrag nicht zu. Dafür ist der Stadtrat nicht zuständig, so die Begründung sinngemäß.

Für die CDU/FDP-Fraktion ist das Thema nicht vom Tisch. Sie lehne das Vorhaben nicht von vornherein ab, sagte uns Fraktionsgeschäftsführer Dirk Künzel, „uns geht es um die richtige Reihenfolge: dass zuerst das Radverkehrskonzept beschlossen wird und dann die einzelnen Schritte unternommen werden und dass die Verwaltung nicht mit einzelnen Maßnahmen schon für vollendete Tatsachen sorgt“.