Vom Wunsch nach normalem Leben bis zu Rücktrittsforderungen
Die Querdenker Zwickau hatten für Samstagnachmittag zu einem Diskurs eingeladen – unter der Fragestellung: „Was können wir für unsere Kinder tun?“. 265 Frauen, Männer und Kinder kamen nach Polizeiangaben auf den Platz der Völkerfreundschaft. Es wurden Wünsche zu dem Thema geäußert. Aber die zweistündige Veranstaltung war auch ein Protest gegen die Corona-Politik allgemein.
Die Veranstalter, zu denen „Eltern stehen auf“ gehörten, lasen Briefe von Kindern und Eltern, von einer Lehrerin oder einem Lehrer und einer Erzieherin vor. Darin wurde beschrieben, wie Fernunterricht, Kontaktbeschränkungen und andere Maßnahmen belasten. Einige Dutzend Luftballons stiegen in den Himmel – mit Wünschen der Kinder. Darauf stand „Ich will wieder Fußball spielen mit meinen Freunden“ oder „Ich wünsche mir, dass Corona vorbei ist“.
In der Diskussionsrunde las ein Junge eine Botschaft vor, die viel von dem Nachmittag auf den Punkt brachte. Sie war an Angela Merkel gerichtet. Er fragte: „Warum dürfen wir Kinder nicht in die Schule?“ oder „Warum müssen wir Masken tragen?“ oder „Warum müssen wir uns testen und impfen lassen – ihr aber nicht?“. Weiter hieß es: „Mein größter Wunsch ist, dass alles wieder normal wird und wir nicht mehr leiden müssen.“
Nach der Frage „Frau Merkel, hörst du mich?“ wurde in Sprechchören gefordert: „Merkel muss weg!“ Ein Redner verlangte, dass Ministerpräsident Kretschmer „und seine grüne Hetzerbande“ den Hut nimmt. Mehrfach wurde zu weiteren Protesten aufgerufen – bis die Regierung zurücktritt. Die Teilnehmer zeigten ihre Haltung auch in der Weise, dass kaum Mindestabstände eingehalten wurden und viele keine Maske trugen.
Die Veranstaltung der Querdenker bekam auch geplanten und spontanen Zulauf. Zwei Auto-Korsos endeten auf dem Platz. Außerdem hatten sich nicht wenige Gegner der Corona-Politik auf den Weg nach Zwickau gemacht, nachdem Kundgebungen in Chemnitz und Schwarzenberg verboten worden waren. Als die zulässige Zahl von 200 Personen erreicht war, riegelte die Polizei ab - sie war mit rund 110 Beamten vor Ort. Es kam zu Rangeleien mit Gruppen, die auf den Platz drängten. Nach kurzer Zeit gab die Polizei den Versuch auf, das zu verhindern.