Wahlkampf: Die Linke legt vor
Ein Vierteljahr vor der Bundestagswahl hat die Linke als erste Partei der Zwickauer Region einen Gang zugelegt. Vor dem Dom sprachen am Dienstagnachmittag die Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht und die einheimische Direktkandidatin Sabine Zimmermann. Mehrere hundert Frauen und Männer hörten zu und zollten immer wieder Applaus.
Sahra Wagenknecht punktete mit Themen des Wahlprogramms der Linken. Sie kritisierte Niedriglöhne. Diese werden gerade in den Berufsgruppen gezahlt, die während der Corona-Krise als Leistungsträger viel Beifall erhielten. Und sie bezeichnete den eingeführten Mindestlohn als Armutslohn. Es sei unmöglich, von den aktuellen 9,50 Euro die Miete zu bezahlen. „Wir fordern 13 Euro die Stunde, weil wir finden: Es ist auch eine Frage der Menschenwürde, wie man mit Menschen umgeht, die harte Arbeit leisten.“
Nach Überzeugung der Linken müssen die Reichen zur Kasse gebeten werden - auch wenn es darum geht, wer die Kosten für Corona trägt. Sahra Wagenknecht präsentierte Zahlen, wonach die 100 Milliardäre in der Corona-Krise einen Zuwachs von zusammen 100 Milliarden hatten. Diese Menschen haben für sie von Corona profitiert. Deshalb verlange die Linke, große Vermögen zu besteuern. „Das Geld ist besser angelegt in einem guten Bildungssystem und einem guten Gesundheitssystem als auf den Konten von solchen Superreichen.“
Sahra Wagenknecht warb auch ausdrücklich für ihre Parteifreundin Sabine Zimmermann: „Wir brauchen diese couragierte Stimme im Bundestag“. Sabine Zimmermann muss sich in ihrem Wahlkreis durchsetzen, um ihr Mandat in Berlin zu behalten. Sie ging in ihrer Rede ebenfalls auf Niedriglöhne und Vermögenssteuer ein. Die Diskussion um eine Rente ab 69 sei irre, sagte Sabine Zimmermann, „arbeiten bis zum Umfallen, das kann doch nicht die Perspektive der Bürgerinnen und Bürger sein!“