Weihnachtsexpress hat Fahrt aufgenommen
Der Weihnachtsexpress ist in diesem Advent zum ersten Mal unterwegs. Anfangs sollte es eine Station pro Tag sein. Doch es dauerte nicht lange, da musste er eine Schippe drauflegen. Inzwischen macht er auf einer Tagestour dreimal Halt und verlängert den Fahrplan um einen Tag.
Am Mittwoch stoppte die rollende Bühne unter anderem in Reinsdorf vor dem Katharinenhof. Das Programm dauert immer etwa eine halbe Stunde. An dem Nachmittag war es ein musikalisches – Kai Dannowski sang und spielte vor allem Advents- und Weihnachtslieder, begleitet von Markus Meiner, aber zwischendurch auch mal den Junimond von Rio Reiser. Die Bewohner und das Team hörten vergnügt zu, summten und sangen manchmal leise mit. „Noch am Morgen wurde davon geschwärmt“, erzählte eine Schwester am nächsten Tag.
Etwas mehr als zehn Künstler wechseln sich seit dem 1. Advent auf dem Weihnachtsexpress ab. Bis zum 24. Dezember tourt er durch den Kreis Zwickau und das Vogtland, hält vor Kinder- oder Pflegeheimen, Kliniken und anderen Einrichtungen und sorgt dort für Abwechslung, lässt Adventsstimmung aufkommen.
Als die Idee von Krauß-Event bekannt wurde, bekam das Projekt viel Rückenwind. „Es kamen zum Teil sehr emotionale E-Mails an“, erinnert sich Sindy Arlt, Projektmanagerin. Bei ihm im Haus falle alles weg, einige Bewohner haben keine Angehörigen, die sich kümmern können, berichtet ein Mann über seine Einrichtung – „die Stimmung im Haus ist teilweise von Verzweiflung, Traurigkeit und Kontaktarmut geprägt“. In einer anderen Mail heißt es, der Weihnachtsexpress wäre „für unsere lieben Bewohner DAS Ereignis des Jahres“, und eine andere Frau schreibt, dass die Aktion in der angespannten Situation allen die notwendige Kraft geben würde durchzuhalten.