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  • Die Paradiesbrücke gibt es in ihrer heutigen Gestalt seit 1900. Davor bestand sie aus Holz und hatte eine Überdachung.

Wie Martin Luther der Paradiesbrücke zu ihrem Namen verhalf

Die Paradiesbrücke gehört zweifellos zu den Sehenswürdigkeiten Zwickaus. Der 69 Meter lange Stahlnietenbau führt seit dem Jahr 1900 über die Mulde. Zuvor stand dort eine überdachte Holzbrücke, die auch schon den Namen „Paradiesbrücke“ trug. Doch woher hat sie diese Bezeichnung eigentlich?

Verantwortlich dafür ist der große Reformator Martin Luther. Er war eng vernetzt mit dem Rat von Zwickau und vor allem dem Bürgermeister. Dementsprechend fielen die lutherschen Ideen zur Reformation der Kirche bei vielen hochrangigen Häuptern der Stadt auf fruchtbaren Boden. Damit war nicht jeder einverstanden. Es entstanden Spannungen in der Bevölkerung.

Luther kam 1522 nach Zwickau, um die Massen wieder zu beruhigen. Mit seinen Predigten vor tausenden von Menschen gelang ihm das. Den Franziskaner Mönchen in Zwickau war das wiederum ein Dorn im Auge, denn sie fürchteten um ihre angestammte Ordnung. Um ihn zum Schweigen zu bringen, lockten sie Luther in einen Hinterhalt an der Mulde. Luther gelang es über die Tränkbrücke ans andere Muldenufer zu fliehen. Er fand dort Unterschlupf in einem Wirtshaus und soll ausgerufen haben: „Gott sei Dank, dass er mich dieses Haus finden ließ, denn wahrlich, es ward mein Paradies.“

Die Bezeichnung „Das Paradies“ wurde für das Wirtshaus direkt übernommen. Die Tränkbrücke daneben stürzte später bei einem Hochwasser ein. Im 17. Jahrhundert wurde sie wieder aufgebaut. Seitdem kennt man sie als „Paradiesbrücke“.

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