„Zicke Zacke Trennungskacke“ von Ilona Einwohlt
Zwei Wohnungen, neue Abläufe und ein Kopf voller Fragen: Wenn Eltern getrennte Wege gehen, bricht für Kinder und Jugendliche die bisherige Normalität weg. Zwischen Wut, Trauer, Loyalitätskonflikten und leiser Hoffnung fehlt oft der Raum, die eigenen Emotionen überhaupt einzuordnen. Das interaktive Journal „Zicke Zacke Trennungskacke“ fängt genau dieses Gefühlschaos auf – ehrlich, alltagsnah und konsequent auf Augenhöhe der Betroffenen.
Mehr als ein Ratgeber: Raum zum Dampfablassen.
Das Buch versteht sich nicht als belehrende Lektüre, sondern als geschützter Rückzugsort. Als Mischung aus Tagebuch, Ratgeber und Workbook lädt es junge Leserinnen und Leser (etwa zwischen 8 und 16 Jahren) aktiv zum Mitmachen ein. Auf den Seiten darf gekritzelt, gemalt, nachgedacht und Wut herausgelassen werden. Statt vorgefertigter Patentrezepte vermittelt das Buch eine entlastende Grundbotschaft: Es gibt kein „richtiges“ oder „falsches“ Fühlen. Die Trennung ist eine Krise, aber kein endgültiger Stillstand.
Fachlich fundiert, aus der Sicht von Kindern erzählt. Hinter der unkonventionellen Aufmachung steckt fundiertes Wissen. Das Konzept entstand in enger Zusammenarbeit mit Kinderpsychologen, Scheidungsanwälten und dem Kinderschutzbund. Dadurch werden auch rechtliche und praktische Fragen verständlich aufbereitet, ohne die jungen Lesenden mit Erwachsenenproblemen zu überfordern. Gleichzeitig lebt das Buch von Identifikationsfiguren: Verschiedene Kinder erzählen ihre eigenen Trennungsgeschichten. Das bricht die Isolation auf und zeigt, dass niemand mit diesen Sorgen allein dasteht.
Ein Werkzeug zur Stärkung der Resilienz.
Von Fachstellen für Bildung und Erziehung bis hin zur Literaturkritik erfährt das Buch breiten Zuspruch: Es gilt als ermutigendes Werkzeug, das nicht nur betroffenen Kindern hilft, die eigene Stimme wiederzufinden, sondern auch Eltern und pädagogischen Fachkräften eine wertvolle Brücke bietet, um über ein schwieriges Thema ins Gespräch zu kommen.
