Zittau läuft Sturm gegen Tagebauerweiterung

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Zittau protestiert gegen die Erweiterung des Tagebaus Turow. Oberbürgermeister Thomas Zenker forderte, dass Sachsen und die Bundesregierung die Klage Tschechiens bei der EU anschliesst. Das polnische Umweltministerium hat heute bestätigt, dass der Tagebau bis 2044 fortgeführt werden darf. Laut einer Studie muss die Region mit gravierenden Umweltfolgen rechnen. 

Es sei ein schwerwiegender Eingriff Landschaft und Natur mit Auswirkungen auf Grundwasser, Neiße, Luftqualität und Bodenstabilität, so der Zittauer OB. Die Stadt hatte bereits Widerspruch gegen die Tagebauerweiterung eingelegt. Polen reagierte nicht.

Der polnische Kohlebagger soll bis 70 Meter vor die tschechische Grenze vorrücken. Tschechien befürchtet, dass damit Tausenden Einwohnern buchstäblich das Grundwasser abgegraben wird. Zittau könnte um fast einen Meter einsinken.

Audio:

Reporter Knut-Michael Kunoth im Gespräch mit Ralf Krupp, Verfasser der Turow-Studie