Zwei harte Monate: Felix Drinkuth nach Corona-Infektion wieder fit
An die Tage im Dezember denkt Felix Drinkuth mit einem mulmigen Gefühl zurück. „Es ging mir etwa eine Woche lang nicht gut. Ich hatte starke Kopfschmerzen, fühlte mich sehr schlapp und bekam schon bei kleinsten körperlichen Anstrengungen Atembeschwerden“, erzählt der Mittelfeldspieler von Fußball-Drittligist FSV Zwickau im dpa-Gespräch. Inzwischen hat sich der 26-Jährige von seiner Covid-19-Erkrankung aber wieder vollständig erholt.
„Die vergangenen zwei Monate waren hart. Auch deshalb, weil ich nur langsam Fortschritte gemacht habe“, sagt Drinkuth rückblickend und mahnt: „Diese Krankheit sollte man nicht unterschätzen und absolut ernst nehmen.“
Der Offensivspieler hat mittlerweile sein Comeback gefeiert. Im Heimspiel des FSV am vergangenen Samstag gegen den Halleschen FC wurde Drinkuth von Trainer Joe Enochs in der 79. Minute eingewechselt: „Dass es dann doch so schnell ging, hat mich sehr gefreut. Es war ein schönes Gefühl, ausgerechnet gegen meinen alten Verein wieder auf dem Platz zu stehen.“
Als der Neuzugang mit dem Zwickauer Team Ende November im Mannschaftsbus auf dem Weg zum Auswärtsspiel nach Verl fuhr, wurde der Verein über mehrere positive Corona-Befunde im Kader informiert. Der Bus kehrte umgehend wieder um und Drinkuth begab sich wie alle anderen Spieler nach der Rückkehr umgehend in häusliche Quarantäne. „Am 8. Dezember, kurz vor der geplanten Rückkehr ins Kleingruppen-Training, hatte mich Joe Enochs angerufen und mir mitgeteilt, dass ich ebenfalls positiv getestet wurde. Am Tag vor dem Anruf machten sich bereits die ersten Symptome bemerkbar“, erinnert sich Drinkuth.
Vor allem die starken Kopfschmerzen und die Erschöpfung belasteten den Fußballprofi, der in Hamburg und Stockholm schon zwei Marathons lief. Von Fieber oder dem Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns blieb Drinkuth aber verschont. „Die Tatsache, dass ich jung und relativ fit bin, hat mir Mut gemacht, die Erkrankung dennoch schnell und ohne Folgeschäden zu überstehen. An ein mögliches Karriereende habe ich während der Zeit auch nicht gedacht“, sagt Drinkuth.
Eine sofortige Rückkehr in das Mannschaftstraining war für ihn dennoch nicht möglich. Schon nach leichten Laufeinheiten mit Teamkollege Yannik Möker, der ebenfalls an Covid-19 erkrankt war und sich mit kleinen Schritten zurückkämpfen musste, war Drinkuth anfangs „schnell kaputt“. Auch der Herzschlag war erhöht. „Wir sind dann aller zwei Tage laufen gewesen und haben die Belastung leicht gesteigert. Dazu wurden wir von den Ärzten vor der Rückkehr ins Training noch einmal gründlich durchgecheckt: Vom Belastungs-EKG bis hin zu Untersuchungen von Herz und Lunge“, berichtet Drinkuth.
FSV-Sportdirektor Toni Wachsmuth ist froh, dass beide Spieler inzwischen wieder gesund sind: „Vor zwei Monaten war nicht absehbar, wann sie zurückkommen werden. Es ging anfangs schleppend voran. Inzwischen hat Yannik Möker aber schon wieder vier Spiele gemacht hat und auch Felix Drinkuth wird in den nächsten Wochen wieder bei 100 Prozent seines Leistungsvermögens sein.“
Dass der FSV während seines Ausfalls in die Erfolgsspur zurückkehrte und sich aus dem Tabellenkeller befreien konnte, spornte Drinkuth zusätzlich an: „Es war ein bisschen schade, dass ich nicht mithelfen konnte. Aber es liegen jetzt noch 17 Spiele vor uns, in denen ich hoffentlich noch meinen Beitrag zum Klassenerhalt leisten kann.“
Bereits am Mittwoch (19.00 Uhr) sind die seit fünf Spielen ungeschlagenen Zwickauer beim FC Bayern München II zu Gast. „Das ist genauso ein Kontrahent auf Augenhöhe wie Uerdingen und Saarbrücken, gegen die wir danach spielen müssen. Wir wollen weiter fleißig punkten, um möglichst zeitig Sicherheit zu haben“, sagt Drinkuth. (dpa)