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Zwei Jahre kommt der Kreis Zwickau noch über die Runden, aber danach...

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Nach dem Kreistag am Mittwoch gibt es zur Finanzlage eine gute und eine schlechte Nachricht. Im nächsten Doppelhaushalt kann das Minus noch mit Rücklagen ausgeglichen werden, die liquiden Mittel reichen bis Ende 2026. Doch danach droht ein richtiges und großes Defizit: 2027 fehlen 45 Millionen Euro, im Jahr darauf 79 Millionen, 2029 dann 106 Millionen. Darüber informierte der Finanzdezernent – er stellte den Entwurf für den Haushaltsplan 25/26 vor.

Dem Landkreis Zwickau geht es wie den anderen Kreisen in Sachsen. Sie leiden vor allem unter dem sogenannten strukturellen Defizit. „Strukturelles Defizit heißt: Wir bekommen Aufgaben übertragen, aber sie werden nicht ausreichend finanziert – von dem, der sie ins Gesetz geschrieben hat“, erklärte Angelika Hölzel gegenüber unserem Sender. Dabei geht es im Wesentlichen um soziale Leistungen.

Ab 2027 müsste der Landkreis erhebliche Kredite aufnehmen, um seine Aufgaben erfüllen zu können, wenn nicht zusätzliche Einnahmen kommen. Und da wird erwartet oder gehofft, dass Bund und Land dafür sorgen, also den Kreisen mehr Mittel zur Verfügung stellen. Unabhängig davon muss ein Haushaltssicherungskonzept aufgestellt werden. Gespart wird allerdings schon jetzt, wie uns Angelika Hölzel sagte: „Insbesondere bei Verwaltungsgebäuden und leider auch bei Schulen können wir nur noch die nötigsten Instandhaltungen machen – mehr geht nicht.“

Nach der Präsentation der Zahlen beginnt jetzt die Haushaltsdiskussion. Sie findet zunächst in den Ausschüssen hinter verschlossenen Türen statt. Im März soll der Kreistag den Doppelhaushalt 25/26 beschließen.