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Zwickau begräbt 8 Verfahren für Bauprojekte – auch zur Freude des Aero-Clubs

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In der Zwickauer Stadtverwaltung schlummern einige B-Plan-Verfahren – mitunter seit Jahrzehnten. Acht davon werden jetzt eingestellt. Das hat der Stadtrat in dieser Woche mit großer Mehrheit beschlossen. Allerdings ohne die Stimmen der AfD – sie löste eine erneute Debatte über den Flugplatz aus.

Anfang der 90er Jahre hatte das Zwickauer Stadtparlament das Verfahren für den Bebauungsplan Nr. 025 angeschoben – für das Areal des Flugplatzes. Dort sollte ein Gewerbegebiet entstehen. Warum das Verfahren nie fortgesetzt wurde, ist AfD-Stadtrat Sven Itzek nach eigenen Worten unbegreiflich. Er plädiert seit über zehn Jahren dafür, die „Luftlandewiese“ (O-Ton) umzuwandeln und Unternehmen anzubieten. Am Donnerstag stellte er den Antrag, über dieses Verfahren einzeln abzustimmen.

Oberbürgermeisterin Constance Arndt erinnerte an die Segelflug-Meisterschaften, die Zwickau Strahlkraft geben und Besucher in die Stadt ziehen. Ein weiteres Argument war der Frischluft-Korridor. Christian Siegel, CDU, verwies auf die wertvolle Sport- und Jugendarbeit des Aero-Clubs.

Der Knackpunkt war aber eine Tatsache, die mehrfach ins Feld geführt wurde: Zwickau hat schon lange nicht mehr die Planungshoheit über das Areal – die liegt bei der Luftverkehrsbehörde. Am Ende wurde über alle acht überholten Verfahren im Block abgestimmt – mit dem genannten Ergebnis, dass sie eingestellt werden. Sven Itzek kündigte an, beim Flugplatz dran zu bleiben; er hofft, Kollegen zu finden, die mitziehen und ein neues Verfahren anschieben.

Zu den sieben anderen Vorhaben, die damit vom Tisch sind, gehören zwei am Brückenberg, zwei in Weißenborn, zwei in Niederplanitz und die Speditionshalle und Werkstatt von IVECO an der Altenburger Straße. Ein bekannteres Projekt war der Grüne Campus südlich der Stenner Straße. Der Vertrag zwischen Stadt und Investor zum Kauf des Flurstücks ist inzwischen aufgehoben, womit auch das B-Plan-Verfahren überflüssig ist.