• Mitglieder der Aktion "Offener Prozess" bauen eine Gerüstinstallation mit den Portraits der zehn Opfer des NSU auf. (c) Ralph Köhler/ propicture

Zwickau erinnert an die Opfer des NSU-Terrors

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Mit mehreren Veranstaltungen wird in Zwickau an die Opfer des NSU-Terrors erinnert. Auf dem Hauptmarkt sind Transparente mit den Portraits der Getöteten zu sehen. Aktivisten verteilen rote Kerzen an Passanten. Für Dienstagabend (19:00 Uhr) ist eine Trauerfeier geplant. Dabei soll eine Art Klagelied mit den Namen der Opfer verlesen werden, sagte uns Mitorganisator Jörg Bonitz.

Für Mittwochmittag (12:00 Uhr) hat Oberbürgermeisterin Pia Findeiß zu einer Gedenkveranstaltung ins Rathaus eingeladen. "Damit sollen sowohl die Trauer über die Opfer als auch das Mitgefühl mit den Angehörigen symbolisch zum Ausdruck kommen", betonte Findeiß, die eine Ansprache halten wird.

Das Oberlandesgericht in München will am Mittwoch die Urteile im NSU-Prozess verkünden. Künstler- und Demokratie-Initiativen aus der Region fordern, dass die Aufarbeitung trotzdem weitergehen muss. 

Mit bislang 437 Verhandlungstagen und einer Dauer von mehr als fünf Jahren war der NSU-Prozess ein Mammutprozess. Trotzdem blieben viele Fragen offen, etwa, ob zum "Nationalsozialistischen Untergrund" noch weitere Menschen gehörten. Zudem gab es massive Vorwürfe gegen die Behörden etwa zu fehlenden Aussagegenehmigungen für Geheimdienstler und geschredderten Akten.