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Zieht das Jüdische Museum von Sachsen in ein Zwickauer Schocken-Haus?

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In Zwickau gibt es schon sehr lange keine jüdische Gemeinde mehr. Doch die Erinnerung an die Juden, die in der Stadt gelebt haben, soll wach bleiben. Zwickau beschäftigt sich noch stärker damit, das jüdische Leben aufzuarbeiten, und bewirbt sich als Standort für das Jüdische Museum in Sachsen. Das hat der Stadtrat in seiner November-Sitzung beschlossen.

Juden wurden aus Zwickau vertrieben, deportiert und umgebracht, erinnerte Christian Siegel in seiner kurzen Rede – seine Fraktion, die CDU, hatte den Beschlussvorschlag eingebracht. Sie, die jüdischen Mitbürger, hinterließen graue Flecken auf der Stadtgeschichtskarte, sagte Christian Siegel. „Wir sollten diese grauen Flecken benennen, aufzeigen und uns der Verluste bewusst werden, die unserer Stadt entstanden sind.“

In Zwickau existieren bereits 47 Stolpersteine, berichtete René Hahn (Die Linke), doch es gibt viel mehr Schicksale von Juden, an die erinnert werden sollte. Bernd Rudolph, BSW, sprach von unermesslichem Leid, das in der Stadt jüdischen Menschen angetan wurde. „Es geht um das vergangene Leben von Menschen, die hier gelebt, gearbeitet und gewirkt haben, die sich am gesellschaftlichen Leben beteiligt haben und unternehmerisch aktiv waren und damit zum Wohlstand der Region beigetragen haben“, sagte Oberbürgermeisterin Constance Arndt.

René Hahn informierte darüber, dass Sachsen 2026 als Jahr des jüdischen Lebens begeht. Christian Siegel hält es für möglich, dass dann auch die Entscheidung fällt, wo sich das Jüdische Museum in Sachsen befinden wird (das sagte er uns nach der Sitzung). Im Gespräch sind Leipzig, Dresden und Chemnitz – Städte mit einer jüdischen Gemeinde. Auch Zwickau bringt sich jetzt als Bewerber ein – mit zwei authentischen Orten, die sich für das Museum eignen: mit der Schocken-Villa an der Parkstraße und mit dem Gebäude an der Werdauer Straße/Stiftstraße, wo der Schocken-Konzern zu Hause war.

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Stadtrat Christian Siegel