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Zwickauer feiern 25 Jahre Deutsche Einheit

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Nur einen Stein­wurf entfernt zur nahezu in Verges­sen­heit geratenen inner­städ­ti­schen Grenze zwischen der sowje­ti­schen und der ameri­ka­ni­schen Besat­zungs­zone auf der Paradies­brücke wurde am Samstag erneut eine Mauer errichtet: Dieses Mal aller­dings aus ausge­dienten Bananen­kisten und alles andere als grau. Graffi­ti­künstler von der Kunst­plan­tage auf der anderen Seite der Mulde sorgten für eine kunter­bunte Mauer, die am Ende des Tages der Deutschen Einheit auch noch mit einer Sonnen­blume verziert war.

Bei strah­lendem Sonnen­schein, tiefblauem Himmel und spätsom­mer­li­chen Tempe­ra­turen feierten am Samstag mehr als 3.000 Zwickauer ein buntes Bürger­fest im Namen der Freiheit und Demokratie. Veran­staltet wurde es vom Verein Alter Gasometer und dem Bündnis für Demokratie und Toleranz in Zusam­men­ar­beit mit der Stadt Zwickau, zahlrei­chen Vereinen und Initia­tiven sowie regio­nalen Unter­nehmen.

Nach der offizi­ellen Eröff­nung der Oberbür­ger­meis­terin Pia Findeiß und Festworten von Alt-OB Dietmar Vetter­mann und Rainer Eichhorn sorgte am Nachmittag vor allem eine Diskus­si­ons­runde auf der Bühne für Gesprächs­stoff. Volker Schneider, gebür­tiger Pfälzer und seit 1992 Geschäfts­führer der Zwickauer Energie­ver­sor­gung, Hassan Soilihi Mzé, geboren und aufge­wachsen in Wilkau-Haßlau und heute als Histo­riker in Leipzig tätig, sowie der Zwickauer Denis Toth, der seit seiner Kindheit im Rollstuhl sitzt und in der Lukas­werk­statt arbeitet, gaben einen Einblick in ihre ganz persön­li­chen Eindrücke der vergan­genen 25 Jahre.

Die drei Zeitzeugen sind Teil des Medien­pro­jekts „25 Jahre|25 Menschen|25 Geschich­ten“ mit Zwickauer Jugend­li­chen, das beim Bürger­fest erstmals seine Ausstel­lung präsen­tierte. Diese zog die Besucher ebenso in ihren Bann wie die Ausstel­lung „Aufbruch zur Mündig­keit“ und der Rückblick auf die „Deutsche Einheit im Landkreis Zwickau“. An mehr als 20 Ständen verschie­denster Partner konnten die Zwickauer sich erinnern, zurück­bli­cken und sich infor­mieren. Wer es ganz genau wissen wollte, konnte am Pavillon der Freien Presse noch einmal tief ins Archiv eintau­chen, Zeitungs­seiten der damaligen Tage nachlesen oder sogar eine Kopie von der Titel­seite des 3. Oktober 1990 mit nach Hause nehmen. (Mario Zenner)