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Zwickauer Firma liefert Fördertechnik für Güterbahnhöfe in Europa

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Anfang vorigen Jahres war der Sasit-Nachfolger SMA zahlungsunfähig. Schon ein halbes Jahr später gab der Insolvenzverwalter bekannt, dass es an der Zwickauer Kopernikusstraße weitergeht. Seit Kurzem ist das Bürogebäude eingerüstet, es wird in den Standort investiert – Seconsys, der Nachfolger Nummer 2, hat ein neues, verheißungsvolles Standbein: Fördertechnik für Güterbahnhöfe.

Revolution auf den Güterbahnhöfen 

Das Geschäftsfeld ist nicht ganz neu, spielte aber bisher bei den Vorgängern nur eine Nebenrolle. Ende der 90er Jahre wurde für Güterbahnhöfe eine Alternative zum Kran entwickelt, um Sattelaufleger von LKWs auf den Waggon zu bringen: Die Zugmaschine koppelt den Anhänger ab; der wird auf eine Art Wanne gezogen, und diese Wanne mit Sattelaufleger wird über ein Shuttle auf den Waggon transportiert. Beim Entladen der Züge funktioniert das in umgekehrter Reihenfolge.

„Wir statten die gesamte Fördertechnik aus – alles, was sich mechanisch bewegt und elektrisch angetrieben wird, das stellen wir her, das stellen wir zur Verfügung“, erklärt Eric Jurran, einer der beiden Geschäftsführer. Die Güterbahnhöfe in Calais (Frankreich), Domodossola (Italien) und Kaldenkirchen werden aktuell mit dieser Technik ausgerüstet, und die Zwickauer Firma ist maßgeblich daran beteiligt – als Generalunternehmer für das vollautomatisierte Be- und Entladen der Waggons.

Eric Jurran und seine Partner und Kollegen beschäftigen sich, wie erwähnt, seit Jahren damit und hatten bereits den Fuß in der Tür; aber jetzt macht dieses Geschäftsfeld etwa 70 Prozent der Produktion aus. Die Autoindustrie als Hauptkunde wurde von Güterbahnhöfen abgelöst. Kleinere Geschäftsfelder sind daneben der Bau von Sondermaschinen und Batteriefertigungslinien.

Wachstum an der Kopernikusstraße

„Die Auftragsbücher sind etwa für anderthalb Jahre gefüllt“, sagt Eric Jurran und spricht von einer sehr guten Perspektive für das Unternehmen. Personell ist Seconsys auf Wachstumskurs: Nach anfangs 25 Mitarbeitern sind es inzwischen 30. In diesem Jahr wird erstmals wieder ausgebildet, und es wird Unterstützung gesucht, zum Beispiel in den Bereichen Industriemechanik, Elektrotechnik, Zerspanung oder Konstruktion.

Der Neustart war nur durch frisches Geld möglich, und das kam von Unternehmer Uwe Schneider, welcher in der gleichen Branche im Kreis Zwickau tätig ist. Ihm gehört auch die Immobilie, die seit Anfang des Jahres von Grund auf saniert wird: Dach, Fassade, Fenster, Heizung, Büroräume werden erneuert oder ausgewechselt, die Produktionshalle wird neu ausgestattet. Ende des Jahres soll alles auf neuestem Stand sein.