Zwickauer Neujahrsempfang: Gemeinsam gelingt mehr!
Die Kraft einer Gemeinschaft – daran glaubt sie, sagte Oberbürgermeisterin Constance Arndt in ihrer Neujahrsansprache am Donnerstag in der Neuen Welt, und so konnte auch der Titel des Zwickauer Neujahrsempfangs 2025 lauten. Wohl zum ersten Mal hielt dort ein Chemnitzer Oberbürgermeister ein Grußwort, denn das Kulturhauptstadtjahr wird von den Kommunen der Region gemeinsam gestaltet.
Constance Arndt ging rückblickend zunächst auf den Anschlag in Magdeburg ein, der sie traurig und wütend macht. Zu den Entscheidungen von VW sagte sie, dass sie und viele andere noch nicht überzeugt seien, dass es eine „nachhaltig gute Entscheidung für Zwickau, die Region und Sachsen“ war. Sie kündigte an, für den Standort zu kämpfen – gemeinsam mit dem Chemnitzer Kollegen und dem Landrat und mit den Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.
Ein weiteres Thema war die Finanznot der Gemeinden und Landkreise. Hier verlangte Constance Arndt von den Bundes- und Landespolitikern, für eine auskömmliche Finanzierung der Kommunen zu sorgen. Neben Problemen und Sorgen brachte 2024 aber auch Erfreuliches. Die Oberbürgermeisterin nannte als Beispiele unter anderem die umfangreichen Straßenbauprojekte und den Start der Sporthallensanierung im „Sojus“, den wasserstoffbetriebenen LKW von der FES und die sanierte Villa Schön.
Im neuen Jahr werden in Zwickau einige wichtige Bauvorhaben fortgesetzt, beispielsweise die Sanierung des Planitzer Marktes und der Grundschule am Windberg. Im Frühjahr oder Sommer soll im Schocken-Komplex das Hotel eröffnen. Für 2025 wünschte sich Constance Arndt das Ende der Kriege in der Ukraine und woanders auf der Welt und erhielt dafür Beifall. Und sie wünschte sich mit Blick für die Bundestagswahl, dass es den Verantwortlichen gelingt, Vertrauen und Verlässlichkeit zu vermitteln, ohne unser Wertesystem und Errungenschaften wie die EU in Frage zu stellen.
Mut machen ihr die vielen Begegnungen mit Menschen, die den Kopf nicht in den Sand stecken, sagte Constance Arndt: „Haben Sie jemals erlebt, dass jemand nach Hilfe ruft oder Solidarität brauchte und sie nicht bekommen hätte? Mein Eindruck ist, sobald der Alarm, der Aufruf losgeht, gibt es immer Menschen, die sich für andere einsetzen. Das sind keine Einzelfälle, sondern passiert im Kleinen und im Großen, im Vordergrund, aber oft auch im Stillen. Deshalb glaube ich an die Kraft einer Gemeinschaft.“
Der Chemnitzer Oberbürgermeister Sven Schulze hatte in seinem Grußwort davon gesprochen, dass die Zusammenarbeit mit 38 weiteren Kommunen durch den Kulturhauptstadt-Prozess eine völlig neue Dimension erreicht habe. Und er fügte hinzu: „Ich wünsche mir, dass diese Zusammenarbeit weiterlebt und überdauert, weil wir nur als Region stark sein können.“
Die Martin-Römer-Ehrenmedaille erhielten in diesem Jahr der Förderverein August-Horch-Museum Zwickau und der Steinkohlenbergbauverein Zwickau – zwei Gemeinschaften (!) von Menschen, die sich für die Stadt engagieren.