Zwickauer Polizeiführung hadert mit liberaler Drogenpolitik
In Zwickau ist die Rauschgiftkriminalität stark zurückgegangen. Die Zahl der erfassten Delikte sank 2024 auf rund 270. Das waren etwa 200 Fälle weniger als im Jahr davor, wie aus der in dieser Woche vorgestellten Kriminalstatistik hervorgeht. Als Hauptgrund wird die Teillegalisierung von Cannabis genannt, was sich auf die Strafverfolgung auswirkt.
„Nicht so glücklich“ über Teillegalisierung
Polizeipräsident Dirk Lichtenberger hadert mit dem Cannabisgesetz, das seit einem Jahr gilt: „Cannabis ist eine Einstiegsdroge. Wenn dort gewisse Hemmschwellen heruntergesetzt werden, vor allem bei Kindern und Jugendlichen, dann sind wir da nicht so glücklich.“
Auch beim Straßenverkehr ist der Konsum von Cannabis problematisch, so Lichtenberger, „weil Fahrzeugführer schwer einschätzen können, wann sie nach Cannabiskonsum wieder fahrtüchtig sind.“
Weniger Drogen sichergestellt
Die Leiterin der Kriminalpolizeiinspektion, Grit Blöse, weist darauf hin, dass die Rauschgiftkriminalität wegen der Teillegalisierung insgesamt zurückgeht, „weil ohne Verfahren Informationen für Drogenermittlungen fehlen und verdeckte Maßnahmen schwer möglich sind.“ Und so ist es nicht verwunderlich, dass insgesamt weniger Drogen – von Marihuana und Haschisch über Crystal bis hin zu Ecstasy-Tabletten - sichergestellt wurden.