Zwickauer Wahlforum: Marathon mit guter Resonanz
Die Rechnung der Veranstalter ist aufgegangen. 250 Wähler kamen in die Neue Welt – für 200 war der Abend geplant. Die Mehrheit hörte auch bis zum Schluss zu, was die fünf Kandidaten zu sagen hatten. Wegen der vielen Fragen wurde die angedachte Zeit von drei Stunden überzogen.
Ein gutes Gespür hatten die Macher mit der Idee, das Publikum noch stärker einzubeziehen. Die Gäste durften immer wieder zu den TED-Geräten greifen und ihre Stimme abgeben. So wurden unter anderem die Themen ausgewählt und die Auftritte der Kandidaten bewertet.
Die fünf Bewerber auf der Bühne waren sich bei einigen Themen einig. Zum Beispiel wollen alle, dass Zwickau die kinder- und jugendfreundlichste Stadt Sachsens wird. Und sie wurden oft auch konkret. In dem Fall gab es die Idee, dass die Stadt die Vereinsbeiträge für Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre übernimmt. Kontrovers ging es beim ÖPNV zu. Das Jahresticket für Bus und Bahn zum Preis von 365 Euro wurde mit 3:2 abgelehnt. Auch im Publikum war die knappe Mehrheit dagegen.
In vier Runden machte Kathrin Köhler (CDU) bei der Bewertung der Statements das Rennen. Nur beim Thema Soziales setzte sich eine Konkurrentin durch: Ute Brückner (Linke).
Zum Schluss wurde nicht die Sonntagsfrage gestellt, sondern darüber abgestimmt, was nach der Wahl zuerst angepackt werden soll. Die klare Mehrheit, knapp 30 Prozent, sagte: direkte Bürgerbeteiligung.