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  • Fünf mutmaßliche Drogenschmuggler müssen sich vor dem Landgericht Dresden verantworten

700 Kilogramm Heroin in Seifenstücken - Prozess gegen Drogenbande gestartet

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Im August 2022 wurden im Hamburger Hafen 700 Kilogramm Heroin vom Zoll abgefangen. Es handelt sich um die bis dahin größte jemals in Deutschland sichergestellte Menge dieser Drogen. Das Heroin war für den Großraum Dresden bestimmt. Wir haben darüber berichtet. Eine Drogenbande soll ab Sommer 2021 Heroin aus dem Iran nach Deutschland geschmuggelt und in den Niederlanden weiterverkauft haben - für insgesamt fast 15 Millionen Euro.

Seit Donnerstag müssen sich dafür fünf Männer zwischen 36 und 65 Jahren vor dem Landgericht Dresden verantworten.

Heroin in Seifenstücken

Laut Anklage haben sie zwei Mal je 693 Kilo sowie ein Mal 700 Kilo Drogen - versteckt in einer als Seifen-Lieferung deklarierten Fracht - von Dubai nach Hamburg verschiffen lassen. Zwei Container seien in die Lagerhalle der Im- und Export-Firma eines Angeklagten nach Geringswalde bei Dresden gebracht, ausgepackt und nach Amsterdam weitergeschickt worden.

Fahnder schlagen im August 2022 im Hamburger Hafen zu

Es war der dritte Schiffscontainer. Die Fahnder nahmen die Droge aus den Seifenstücken und füllten diese mit einem Ersatzstoff, wie eine Staatsanwältin bei der Anklageverlesung schilderte. Auch diese Lieferung kam daraufhin in Sachsen an. Beim Auspacken bemerkte der dort lebende Angeklagte, dass etwas nicht stimmte und telefonierte mit den anderen Beschuldigten - dann aber war die Polizei zur Stelle.

Die Männer wurden im September 2022 unter dringendem Tatverdacht in Dresden, Madrid und Amsterdam festgenommen. Zwei davon lebten in Sachsen, die drei anderen im Ausland oder hatten keinen festen Wohnsitz.

Ein Angeklagter mit türkisch-serbischer Staatsangehörigkeit ist aus Ermittlersicht der Kopf der Bande. Ein Deutscher wickelte demnach über seine Firmenlogistik die Importe ab, ein Türke agierte als Verbindungsmann. Ein Iraner soll die Transporte in den Niederlanden mitorganisiert haben und ein weiterer Iraner Mittäter gewesen sein.

Der Prozess wird am 3. November fortgesetzt - bisher sind 30 weitere Verhandlungstage bis Mitte April 2024 terminiert. (mit dpa)