Corona-Proteste: 400 Leute auf dem Hauptmarkt Zwickau
Auf dem Zwickauer Hauptmarkt haben sich am Montagabend laut Polizei etwa 400 Leute zum Protest gegen die staatlichen Coronamaßnahmen versammelt, das waren deutlich mehr als in den letzten Wochen. Es blieb weitgehend friedlich, auch als der nicht zulässige Aufzug auf eine kleine Gruppe Gegenprotestler stieß. Die Polizei hielt die Lager auseinander. Nach bisherigen Informationen gab es 18 Ordnungswidrigkeitsanzeigen. Laut sächsischer Corona-Notfallverordnung sind derzeit nur ortsfeste Versammlungen mit maximal zehn Teilnehmern erlaubt.
In Lichtenstein, wo in der Vorwoche mehr als ein Dutzend Polizisten verletzt worden waren, kam es nach Polizeiangaben zu keiner größeren Ansammlung. Kurz vor und nach 18 Uhr wurden die Leute über Lautsprecher von der Polizei aufgefordert den Kreisverkehr zu verlassen. Einzelne kleine Gruppen zogen über die Äußere Zwickauer Straße ab in Richtung Tennishalle Rudolf-Breitscheid-Straße.
Anderswo kam es zu Ausschreitungen, in Bautzen wurden Polizisten mit Pflastersteinen und Flaschen beworfen. Drei Beamte wurden verletzt. Gleich zu Beginn, als die Polizei versuchte, das Losmarschieren zu verhindern, habe sich die Gewalt entladen, so ein Polizeisprecher.
Insgesamt seien rund 600 Menschen durch die Stadt gezogen. Unter ihnen seien rund 150 bis 200 gewaltbereite Hooligans und Menschen aus dem rechten Milieu gewesen, hieß es weiter. Menschen kletterten über die Mauern des Bautzener Krankenhauses und marschierten quer über das Klinikgelände. Auch ein Kind wurde verletzt. Laut unserem Reporter wurde ein Junge von einem Böller getroffen.
In Freiberg hätten sich nach ersten Schätzungen etwa 700 Menschen versammelt, die immer wieder der Polizei ausgewichen seien, sagte ein Polizeisprecher. Als die Beamten an einem Ort eine Sperre mit Fahrzeugen bildeten, habe es einen Durchbruch von etwa 100 Personen gegeben. Dabei sei ein Polizeifahrzeug beschädigt worden, der Verursacher sei in Gewahrsam gekommen. Es sei gesteigertes Gewaltpotential zu merken, sagte der Sprecher. Beamte seien nicht zu Schaden gekommen.