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  • Nur mit Handschuhen berührt Archivleiter Benny Dressel die Schriftstücke.

Diese Rarität befindet sich unter Zwickaus Oberfläche

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Auf den ersten Blick wirkt der Keller des Zwickauer Stadtarchivs wie ein unspektakulärer grauer Raum. Regale über Regale, in denen hunderte von eingestaubten Akten und Dokumenten chronologisch sortiert sind. Doch in dem Gebäude an der Crimmitschauer Straße versteckt sich durchaus so mancher Schatz. Einen davon hat uns Archivleiter Benny Dressel präsentiert: Den Nachlass von Hans Sachs.

Literat, Schuhmacher und Luthers Freund

Sachs war einer der wichtigsten Dichter und Meistersänger des 16. Jahrhunderts. Sein Schaffen umfasst über 6.000 Werke. Als Verfechter der lutherschen Thesen griff er inhaltlich häufig das Motiv der Reformation auf. So auch in seinem bekanntesten Gedicht „Die Wittenbergisch nachtigall“, das sich ebenfalls in Zwickau befindet. 

Persönlich hat es Hans Sachs nie nach Zwickau verschlagen. Er war gelernter Schuhmacher in Nürnberg. Seine Schriftstücke kamen erst über einen Urenkel nach Westsachsen, der hier einen Gasthof hatte. Nach dessen Tod kaufte sie die Stadt.

Begehrt und doch unverkäuflich

15 der 21 Bände von Hans Sachs liegen heute im Stadtarchiv. „Der ideelle Wert ist unschätzbar. Und wenn Sie es materiell ausgedrückt haben wollten, könnte ich Ihnen keine Antwort geben“, sagt Benny Dressel und erklärt auch warum: „Das vermeidet der Archivar, Archivgut ist unverkäuflich.“

Historiker aus der fränkischen Geburtsstadt des Literaten schielen hin und wieder zur Mulde, sagt Dressel mit einem Grinsen: „In Zwickau ist man sich des Neides der Nürnberger gewiss, zumal wir ja auch den weltgrößten Teil des Nachlasses haben.“

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Stadtarchivleiter Benny Dressel:

Gefördert durch die Sächsische Landesmedienanstalt. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.