Dom-Toilette kommt doch erst zu Ostern
Abort: veraltet für Toilette, kurz für „abgelegener Ort“. Im Zwickauer Dom kann man das auch anders auslegen. „Abwesend“ müsste es dort heißen anstatt „abgelegen“. Zu Deutsch: Es gibt dort kein Klo. Das ändert sich aber bekanntlich bald. Noch in diesem Jahr, so hatte man gehofft, sollte der neue sogenannte Sanitär-Kubus eingeweiht werden. Nun verschiebt sich die Fertigstellung auf Ostern 2026, sagte uns Pfarrer Harald Pepel.
Verzögerung durch archäologische Grabungen
Eigentlich sollte der Bau vor Weihnachten abgeschlossen sein. Doch es wurden bei Bohrungen immer wieder Knochenteile gefunden - wenig überraschend, denn unter und um dem Dom befindet sich schließlich ein Friedhof. Trotzdem bedeutete das erstmal den Baustopp. Das Feld musste den Archäologen für ihre Grabungen überlassen werden. Die sind jetzt abgeschlossen.
Der Bau rollt wieder an
Es geht also in die nächste Phase: Bohrungen nach außen sind erfolgt, Rohre für Stromkabel- und Trinkwasserleitungen installiert - fehlen noch Schmutzwasserleitungen und Entlüftung. „Wenn alle Rohre verlegt sind, werden die Trockenbauwände gezogen. Die Schablone dafür liegt schon“, freut sich Pepel. Wenn dann alles steht, muss noch einmal ganz sorgsam verputzt werden, denn unter dem alten Putz werden historische Malereien vermutet.
Pepel setzt auf Unterstützung der Zwickauer
Nicht nur zeitlich, auch finanziell muss man etwas nachjustieren. „Wir haben 360.000 Euro an Mitteln zur Verfügung. Dadurch, dass einiges teurer geworden ist, liegen wir derzeit mit 23.000 Euro drüber. Aber wir würden gern noch die Bleiglasfenster restaurieren“, sagt der Pfarrer. Dafür braucht es mehr Geld. Deswegen wirbt die Stadtkirchgemeinde aktuell um Spenden. Wer helfen möchte, kann hier klicken. Unter Angabe des Verwendungszwecks „Sani-Kubus“ kommt das Geld an den richtigen Empfänger. (mit rko)