Kunstwerk lässt Altar für einige Wochen verschwinden
Am Ende der Faschingszeit passiert im Zwickauer Dom etwas, was es im Mittelalter gab und was hier schon lange nicht mehr gemacht wurde: Der Altar wird verhüllt – von Aschermittwoch bis Karfreitag. Die Domgemeinde lädt in der Passionszeit ein zu einem „außergewöhnlichen Zusammenspiel von Kunst, Wort und Musik“.
Der Wohlgemut-Altar verschwindet in der Fastenzeit aus dem Blickfeld des Besuchers. Dafür sorgen wird Michel Endlicher aus Wien. „Der Künstler wird den Altar verhüllen, aber nicht so wie bei Christo, dass er ihn einwickelt, sondern in der Weise, dass er etwas vor den Altar hängt“, sagte uns Pfarrer Andreas Marosi. Und das sei dann künstlerisch gestaltet.
Erstmals zu sehen ist das Kunstwerk am Aschermittwoch, 18 Uhr, bei der Vernissage. Michel Endlicher wird dabei sein. An den folgenden Mittwochen kommen noch Wort und Ton hinzu – jeweils ab 17 Uhr. „Gesprochene und musizierte Beiträge verschmelzen mit der künstlerischen Intervention zu einem vielschichtigen Erlebnis, das Raum für eigene Gedanken schafft“, heißt es in der Presseinformation des evangelischen Kirchenbezirks Zwickau.
Der Altar wurde früher verhüllt, um auch mit den Augen zu fasten und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Einzelne Gemeinden haben diese Tradition wiederbelebt. Dazu gibt es am 21. März einen Vortrag; ein zweiter am 4. April befasst sich mit den bekannten Zittauer Fastentüchern. Das Projekt mit Verhüllung, Besinnung und Vorträgen gehört zum umfangreichen Programm im Kulturhauptstadtjahr der Region Chemnitz.